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Geschäft mit Magic Mushrooms: Star-Investor Peter Thiel finanziert Pilz-Trips gegen Depressionen

Magic Mushrooms gegen Depressionen: Ein Medizin-Start-up plant in den kommenden Monaten umfangreiche klinische Studien, unter anderem in Deutschland. Prominentester Investor ist Silicon-Valley-Legende Peter Thiel.

Peter Thiel und Magic Mushrooms

Peter Thiel hat unbestritten ein Näschen für Investments, nun setzt er auf die medizinische Wirkung von Magic Mushrooms

ist für sein Investorengespür berühmt. Der Deutsche im Silicon Valley hat sich mit frühen Investments in Facebook und Airbnb Legendenstatus erarbeitet. Eine seiner jüngsten Investitionen könnte 2018 für größere Aufmerksamkeit sorgen. Thiel ist, wie auch der deutsche Biotechunternehmer und Investor Christian Angermayer, an dem 2015 gegründeten britischen Start-up "Compass Pathways" beteiligt. Die Medizinfirma forscht an halluzinogenen Pilzen zur Behandlung von therapieresistenten Depressionen und Angstzuständen.

Im kommenden Jahr will Compass Pathways die bislang umfangreichsten klinischen Studien auf diesem Feld starten. Wie die Firma vergangene Woche bekanntgab, wird sie im ersten Quartal 2018 Tests an 400 Patienten in acht Ländern beginnen, darunter auch in . Die an therapieresistenten Depressionen leidenden Probanden werden mit Psilocybin behandelt.

Wirkung ähnelt der von LSD

Psilocybin ist in halluzinogenen Pilzen enthalten, die Wirkung ähnelt der von LSD. "Derzeitige Therapien für Depression wirken zwar bei vielen Patienten, erweisen sich jedoch bei einer großen Zahl an Betroffenen, die mit dieser sehr komplexen Erkrankung leben müssen, als unzulänglich", sagt Compass-Pathways-Mitgründer George Goldsmith.

Die Studie des profitorientierten Unternehmens wird in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut "Worldwide Clinical Trials" an Standorten in Deutschland, Tschechien, Finnland, Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien und Großbritannien durchgeführt.

Studien zeigen veränderte Hirnaktivität

Jüngste Non-Profit-Studien mit Psilocybin lieferten bereits vielversprechende Ergebnisse, wenn auch nur an sehr geringen Fallzahlen. So veröffentlichten Wissenschaftler des Londoner Imperial College im Oktober eine Untersuchung mit 20 Patienten, die positive Effekte auf die Hirnaktivität feststellte. Demnach zeigten Hirnscans eine verringerte Aktivität in Hirnregionen, die für depressive Symptome sorgen. Auch die Patienten gaben an, sich besser zu fühlen. Studienleiter Robin Carhart-Harris erklärte, einige Probanden hätten das Gefühl als eine Art "Reset" oder "Reboot" eines überlasteten Systems beschrieben, berichtet der "Guardian".

Im vergangenen Jahr hatten bereits zwei US-Studien gezeigt, dass Psilocybin die Angstzustände und Depressionen von schwer krebskranken Personen lindern kann. Von eigenen unbeaufsichtigten Experimenten mit "magic mushrooms" ist allerdings dringend abzuraten. Die Wirkung reicht von kurzzeitigen Veränderungen der Wahrnehmung und des Bewusstseins bis hin zur Aktivierung dauerhafter Psychosen. 

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