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Paypal-Gründer Peter Thiel Das ist der Deutsche, auf den Donald Trump hört

Peter Thiel
Peter Thiel bei seiner Rede auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner im Juli
© Shawn Thew/DPA
Als einziger Prominenter aus dem Silicon Valley hat Peter Thiel Donald Trump von Anfang an unterstützt. Nun steigt der deutschstämmige Investor zu einem der wichtigsten Berater des neuen Präsidenten auf.

Zu Donald Trumps prominenten Unterstützern gehören Konservative, Nationalisten und Fremdenfeinde. Und einer, der auf den ersten Blick überhaupt nicht ins Raster passt: Peter Thiel - deutschstämmiger, homosexueller Tech-Investor, der sein Vermögen den Investments im liberalen Silicon Valley verdankt. Der Facebook-Investor und Paypal-Mitgründer hat Trump von Anfang an unterstützt, nun hat er das Ohr des neuen Präsidenten.

Neben seinen drei Kindern Ivanka, Donald Jr. und Eric sowie Schwiegersohn Jared Kushner holte Trump Peter Thiel nun in sein Übergangsteam, das die Machtübernahme vorbereiten. Neuer Chef des Übergangsteams ist der künftige Vizepräsident Mike Pence, der New Jersey's Gouverneur Chris Christie ablöst, der wegen einer Skandalgeschichte aus seiner Vergangenheit unter Druck steht. 

"Werde versuchen, dem Präsidenten zu helfen"

In einem Interview mit der "New York Times" nach Trumps Wahlsieg hatte Thiel erklärt, er werde nicht nach Washington ziehen, und eine formale Rolle in Trumps Regierungsteam sei eher unwahrscheinlich. Aber: "Ich werde versuchen, dem Präsidenten zu helfen, so gut ich kann." Das klingt, als ob sich Thiel auch eine längerfristige Beraterrolle sehr gut vorstellen könnte. Und Trump dürfte durchaus dankbar sein für die Unterstützung des Milliardärs.

Der in Frankfurt geborene und im Alter von einem Jahr in die USA auswanderte Unternehmer ist der einzige prominente Kopf aus der Tech-Branche, der Trump öffentlich unterstützt hat. Er hat insgesamt 1,25 Millionen Dollar in Trumps Kampagne gesteckt und sich auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner in einer fulminanten Rede für seinen Kandidaten stark gemacht. Der Mann, der in Facebook und Paypal investiert hat, noch bevor die Unternehmen zu Multi-Milliardenkonzernen aufgestiegen sind, sah in Trump einen unterschätzten Kandidaten, von dessen Sieg er überzeugt war. "Seine Chancen wurden massiv unterschätzt", sagte er der "New York Times". "Trump-Wähler wurden nicht von den Umfragen erfasst."

Thiel verachtet den Staat

Aber warum stellt sich einer aus dem Dunstkreis des liberalen Silicon Valley auf die Seite von Trump? Thiels politische Ansichten waren auch vor Trump schon radikal. Er gilt als Libertärer, der den Einfluss des Staates so weit wie möglich zurückdrängen will. Vor Trump unterstützte er bereits den Republikaner Paul Ryan und die Tea-Party-Bewegung. Nach Trumps Sieg sagte er der "New York Times": "Eine neue Seite im Buch der Geschichte wurde aufgeschlagen, und das eröffnet die Möglichkeit, über einige unserer Probleme aus einer neuen Perspektive nachzudenken."

Genug Geld um sich einzumischen hat Thiel. Das Wirtschaftsmagazin "Forbes" schätzt das Vermögen des 49-Jährigen auf 2,7 Milliarden Dollar. Als der Wrestler Hulk Hogan das Portal Gawker wegen eines Sex-Videos auf Schadensersatz verklagte, übernahm Thiel Hogans Anwaltskosten in Höhe von zehn Millionen Dollar. Gawker hatte Thiel 2007 als homosexuell geoutet.


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