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Steigende Nachfrage: Deutsche Exporte trotzen der Krise

Nach einer schlechten Entwicklung im August, ist die Nachfrage nach deutschen Waren im Ausland trotz der weltweiten Konjunkturabkühlung überraschend nicht eingebrochen. Im September exportierten deutsche Firmen Waren im Wert von 87,1 Milliarden Euro. Das waren 6,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Trotz Finanzkrise und weltweiten Abschwungs sind die deutschen Exporte im September gestiegen. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,9 Prozent auf 87,1 Milliarden Euro zu. Dies teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden am Freitag mit.

Im August hatte es noch ein Minus von 2,2 Prozent gegeben. Auch im Vergleich zum Vormonat gab es kalender- und saisonbereinigt ein Plus von 0,7 Prozent. Die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Volkswirte hatten hier einen Zuwachs von lediglich 0,4 Prozent gerechnet.

Jahresplus von sechs Prozent erwartet

Von Januar bis September stiegen die Warenexporte insgesamt um 6,2 Prozent auf 761 Milliarden Euro. Der Branchenverband BGA rechnet für das Gesamtjahr mit einem Plus von sechs Prozent. Damit würde der Umsatz erstmals die Billionengrenze überschreiten.

Importiert wurden im September Waren im Wert von 72,2 Milliarden Euro. Das waren 14,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Vergleich zum August stiegen die Einfuhren um 0,9 Prozent. Volkswirte hatten ein Minus von 1,4 Prozent erwartet.

Aufträge dürften nun zurückgehen

Die jüngsten Zahlen zum Auftragseingang in der Industrie deuten aber dennoch darauf hin, dass sich das Exportwachstum bald abschwächen dürfte. Noch am Donnerstag hatte das Bundeswirtschaftsministerium mitgeteilt, dass der Auftragseingang in der deutschen Industrie im Vergleich zum August um 0,8 Prozent eingebrochen ist - und damit so schwer wie nie seit der Wiedervereinigung.

Führende Wirtschaftsverbände warnten im "Handelsblatt" davor, schlechte Konjunkturnachrichten überzubewerten. Der deutliche Rückgang der Auftragseingänge spiegele die abflachende Weltkonjunktur wider, sagte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun. Dabei seien die deutschen Investitionsgüterhersteller jetzt besonders betroffen, da die Nachfrage nach Maschinen bei Konjunkturabkühlungen stärker zurückgehe als beispielsweise nach Konsumgütern. "Es besteht aber kein Grund zur Panik, noch immer hat die Industrie insgesamt Auftragsbestände abzuarbeiten", sagte Braun. Der DIHK bleibe daher bei seiner Wachstumsprognose von einem halben Prozent für 2009.

Reuters/AFP/DPA / DPA / Reuters