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Stiftung Warentest prüft Anlageberatung: Große Mängel bei deutschen Banken festgestellt

Auf dem Prüfstand von Stiftung Warentest standen 21 Kreditinstitute: Doch nur drei von ihnen boten eine zumindest "befriedigende" Anlagenberatung. Der Rest bestach durch eklatante Mängel.

Die Qualität der Anlageberatung hat sich trotz verschärfter gesetzlicher Auflagen für die Banken in den vergangenen Monaten verschlechtert. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Stiftung Warentest, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Die Sparte Finanztest der Stiftung prüfte mit Testkunden bei 21 Kreditinstituten die Qualität der Beratung für eine Anlage von 35.000 Euro auf zehn Jahre. Urteil: sechs Mal "mangelhaft", zwölf Mal "ausreichend", drei "befriedigend". Keine einzige Bank hat "gut" beraten.

Die Prüfung ergab vor allem, dass sich die Banken nicht immer an die gesetzlichen Vorgaben halten. Den Kunden werden nicht alle notwendigen Fragen etwa zur finanziellen Lage gestellt. Die Bankberater klären nicht über wesentliche Eigenschaften und Kosten des Anlageproduktes auf. Und der gravierendste Gesetzesverstoß ist die Verweigerung des zwingend vorgeschriebenen Beratungsprotokolls. In über der Hälfte der Fälle, in denen die Kunden einen Anspruch auf das Beratungsprotokoll gehabt hätten, wurde die Herausgabe trotz Nachfrage verweigert. "Finanztest" forderte nun Kontrollen der Banken und Sanktionen für Verstöße. Die detaillierten Ergebnisse werden im Augustheft von "Finanztest" veröffentlicht.

APN / APN