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Streit im Hause DuMont Schauberg Der Vater gegen den Sohn


Verlegersohn Konstantin Neven DuMont hat in einem Interview seinen Vater Alfred scharf angegriffen, nun kontert dieser. Die Äußerungen hätten alle Mitarbeiter der Kölner Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg unvorbereitet getroffen, Konstantin Neven DuMont ist beurlaubt.

Im internen Streit bei der Kölner Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg hat sich jetzt Verleger Alfred Neven DuMont zu Wort gemeldet und die Angriffe seines Sohnes Konstantin zurückgewiesen. Der Verlag bestätigte eine Erklärung von Alfred NevenDuMont an die Mitarbeiter des Medienunternehmens.

Alle Mitarbeiter des Hauses, die Chefredakteure, Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder und Verleger seien völlig unvorbereitet und ohne eigenes Hinzutun durch seinen Sohn Konstantin Neven DuMont, in eine misshellige Situation geraten, zitieren die Branchendienste "kress.de" und "Meedia" aus der "DuMont Depesche" des Verlegers. Sein Sohn sei seit mehreren Tagen beurlaubt. Seine Ämter und Funktionen ruhten. Vorausgegangen waren kuriose Auftritte des Verlegersohnes Konstantin, der seinem 83-jährigen Vater zuletzt über die "Bild"-Zeitung den Rücktritt nahegelegt hatte.

"So geht das nicht weiter"

"Die Übergabe auf die Nachfolgegeneration schiebt mein Vater schon 15 Jahre vor sich her", sagte Konstantin neven DuMont in dem Interview der "Bild"-Zeitung. "So geht das nicht weiter. Er soll klar sagen: Ich trete ein Stück weit zurück. Oder er zahlt mich aus und ich gehe!"

Am Wochenende hatte Konstantin Neven DuMont seinen Anspruch auf die Führung in der Mediengruppe M. DuMont Schauberg (MDS) bereits unterstrichen. In "Bild" sagte er nun: "Ich will eine neue Führungsstruktur erzwingen. Es wäre schon schön, wenn bis Monatsende etwas kommt. Der Ball liegt jetzt bei meinem Vater."

Weiter sagte er: "Ich will mich nicht in der Öffentlichkeit mit meinem Vater anlegen. Aber der dauerhafte Schwebezustand ist für mich nicht mehr hinnehmbar. Weil es keine klare Linie gibt, werden viele Dinge auf die lange Bank geschoben statt konsequent durchgeführt. So wird Vermögen vernichtet."

"Ich mache ein eigenes Medienunternehmen auf"

Auf die Frage, ob er das schon mit seinem Vater besprochen habe, sagte er: "Es ist unheimlich schwer, ihn zu bekommen. Er ist gesundheitlich angeschlagen. Aber wenn man noch die große Nummer im Haus sein will, muss man sich zu der aktuellen Debatte einlassen." Er wolle jetzt eine Entscheidung: "Wenn ich nicht die Nachfolge meines Vaters antreten darf, soll er mich auszahlen, und ich mache ein eigenes Medienunternehmen auf."

Bei M. DuMont Schauberg erscheinen unter anderem mehrere Kölner Zeitungen sowie die "Frankfurter Rundschau" und die "Berliner Zeitung". Konstantin Neven DuMont ist Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Presse-Agentur.

APN/DPA DPA

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