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Medien: Bauer-Verlag will Berliner "Tagesspiegel" übernehmen

Der Bauer-Verlag will der Verlagsgruppe Holtzbrinck den Berliner "Tagesspiegel" abkaufen. Für Holtzbrinck würde dies freie Bahn bei der Übernahme der "Berliner Zeitung bedeuten.

Bauer habe dem Wirtschaftsministerium einen Brief geschrieben und darin ein Angebot an die Stuttgarter Verlagsgruppe Holtzbrinck für den "Tagesspiegel" angekündigt, bestätigte ein Sprecher des Bauer-Verlags am Donnerstagabend einen entsprechenden Vorabbericht der "Süddeutsche Zeitung" (Freitagausgabe). Zu weiteren Details wollte er keine Stellung nehmen. Ein Sprecher des Holtzbrinck-Verlags lehnte einen Kommentar ab. "Wir sind vom Ministerium angehalten, ein marktübliches Verfahren durchzuführen und dazu gehört, dass wir das Verfahren nicht kommentieren."

Keine Stellungnahme

Beim Bundeswirtschaftsministerium war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Dieses hatte den Holtzbrinck-Verlag Anfang der Woche im Zusammenhang mit der angestrebten Übernahme der "Berliner Zeitung" aufgefordert, sich um einen Käufer für die eigene Zeitung "Tagesspiegel" zu bemühen.

Minister per Fax verständigt

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, Bauer-Verlagsgeschäftsführer Manfred Braun habe Wirtschaftsminister Wolfgang Clement in einem Telefax mitgeteilt, den "Tagesspiegel" übernehmen zu wollen. "Wir haben uns jetzt, nach sorgfältiger Prüfung, dazu entschlossen, Holtzbrinck ein Kaufangebot für den Verlag "Der Tagesspiege" zu machen. Dieser Entscheidung liegt die Überzeugung zugrunde, den "Tagesspiegel" in Zukunft profitabel führen zu können", zitierte die Zeitung aus dem Brief Brauns. Darin teile er zudem mit, das Kaufinteresse sei auch bereits dem Holtzbrinck-Geschäftsführer Michael Grabner übermittelt worden und beantrage, den Bauer Verlag zu dem laufenden Ministererlaubnisverfahren beizuladen.

Freie Bahn für Holtzbrinck

Holtzbrinck will die "Berliner Zeitung" von der Bertelsmann-Tochter Gruner+Jahr übernehmen, betreibt in Berlin aber bereits den "Tagesspiegel". Das Bundeskartellamt und die Monopolkommission hatten die Übernahme daher aus Wettbewerbsgründen abgelehnt. Der Stuttgarter Verlag wandte sich daraufhin an den Wirtschaftsminister, der mit einer Sondererlaubnis die Behörden überstimmen kann. Am Wochenende war bekannt geworden, dass die ursprünglich für vergangenen Dienstag erwartete Entscheidung Clements zur Übernahme verschoben wird. Medienberichten zufolge soll die Entscheidung nun Ende Juni fallen.