Susanne Schaffert Fränkin macht "Karriere des Jahres"


Ihre Liebe gehört dem Ballett, doch erfolgreich ist sie in der Forschung gegen Krebs: Susanne Schaffert, Managerin beim Pharmakonzern Novartis in Nürnberg, hat die "Karriere des Jahres 2004" gemacht.

Die promovierte Chemikerin führt als Chefin der Geschäftseinheit Onkologie bei Novartis Pharma, der deutschen Pharma-Tochter der schweizerischen Novartis AG, 150 Mitarbeiter und ist für einen Jahresumsatz von 250 Millionen Euro verantwortlich. "Flexibilität und Motivation" nennt sie als Gründe für ihren steilen Aufstieg, zu dem freilich auch ein wenig Glück gehörte: "Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort."

Karrierestart im Außendienst

Die gebürtige Oberpfälzerin aus Neumarkt hat in Erlangen Chemie studiert und anschließend promoviert. 1995 kam sie zu Novartis. "Ich habe ganz unten angefangen", erinnert sie sich: Als Außendienstlerin war sie im Osten Deutschlands unterwegs. 1997 ging sie als Produktmanagerin nach Nürnberg. Drei Jahre später wechselte sie in die Unternehmenszentrale nach Basel und wurde weltweit verantwortlich für das Medikament Sandostatin, das gegen Tumore der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) eingesetzt wird.

2002 kehrte Schaffert zurück nach Franken, zunächst als Marketingleiterin im Bereich Onkologie. Seit Anfang 2004 gehört sie der Novartis-Geschäftsleitung in Nürnberg an. Dort verantwortet sie unter anderem das Produkt Glivec gegen chronische Leukämie. "Wir forschen ständig an neuen Entwicklungen", sagt die Wissenschaftlerin, die die Diskussion über zu hohe Preise für Medikamente ungerecht findet: "Von 10.000 Substanzen kommt eine durch. Man sieht in der Öffentlichkeit nicht, welche Kosten hinter einem Produkt stehen."

Arbeitsgeber zeigte sich flexibel

Die Familienplanung erledigte die Managerin, deren Mann bei Siemens in Erlangen arbeitet, gewissermaßen nebenbei: Als ihre heute zweijährige Tochter zur Welt kam, "war ich nach acht Wochen wieder einsatzfähig". Allerdings habe sich auch ihr Arbeitgeber flexibel gezeigt und ihr ermöglicht, viel von zu Hause zu arbeiten. Nach Jahren mit vielen Umzügen und häufigem Pendeln will Schaffert nun gerne "ein bisschen länger" in Nürnberg bleiben. Vielleicht fängt sie dann auch irgendwann wieder mit dem Tanzen an, für das gegenwärtig zu wenig Zeit bleibt. Denn seit ihrem vierten Lebensjahr tanzte sie Ballett, und während sie Anfang der 1990er Jahre ihre Diplom- und Doktorarbeit schrieb, betrieb sie in Höchstadt/Aisch sogar eine eigene Ballettschule.

Stephan Maurer, dpa DPA

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