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SWISSAIR-KRISE: Swissair fliegt wieder

Die Schweizer Fluggesellschaft hat ihren Flugbetrieb wieder aufgenommen: dank einer kräftigen Finanzspritze der Regierung und mit einem Drittel der alten Kapazität.

Die angeschlagene Schweizer Fluggesellschaft Swissair hat am Donnerstag dank einer Finanzspritze der Regierung von 450 Millionen sfr nach einer zweitätgigen Unterbrechung den Flugbetrieb zum Teil wieder aufgenommen. Nach Angaben der Fluggesellschaft führt Swissair selbst etwa 50 Flüge durch und 110 weitere werde die Regionalfluggesellschaft Crossair aus dem Swissair-Netz übernehmen. Es würden damit etwa ein Drittel des Netzes wieder bedient, erklärte ein Swissair-Sprecher.

Der erste Europaflug starte um 9.45 Uhr mit 130 Passagieren nach Moskau und der erste Langstreckenflug mit gut 200 Passagieren an Bord gehe um 9.50 Uhr nach Johannesburg. Von den Passagieren, die wegen der Flugunterbrechungen die Reise nicht fortsetzen konnten, übernachteten 45 in den Notunterkünften. 50 andere hatten vom Angebot Zürcher Hotels Gebrauch gemacht, die gestrandeten Reisenden kostenlos eine Übernachtung angeboten hatten.

Flugbetrieb bis Ende Oktober gesichert

Die Schweizer Regierung stellte am Mittwoch nach längeren Verhandlungen der Swissair eine Finanzhilfe von 450 Millionen sfr zu Verfügung. Damit soll die Gesellschaft den Flugbetrieb bis zum Beginn des Winterflugplanes am 28. Oktober aufrecht erhalten können.

Ob die Zahl der Flüge in den kommenden Tagen laufend erhöht werde und in welchem Tempo, konnte der Swissair-Sprecher nicht sagen. Dies werde von Tag zu Tag entschieden.

Bei der Crossair hieß es, es werde normal geflogen. Die Flüge seien gut gebucht. Für bestimmte europäische Strecken halte die Crossair inzwischen die Verkehrsrechte.

Furcht vor Flügen nach Brüssel

Flüge nach Brüssel wird die Swissair weiterhin nicht durchführen. Der Grund liege in der »Situation zwischen den beiden Firmen,« sagte der Sprecher mit Blick auf die belgische Fluggesellschaft und Swissair-Tochter Sabena. Offenbar befürchtet die Swissair, erzürnte Sabena-Angestellte könnten wie schon einmal Swissair-Maschinen besetzen. Swissair konnte den Zahlungsverpflichtungen gegenüber Sabena nicht mehr nachkommen.

In den Aktien von Crossair und der Flughafenbetreibergesellschaft Unique wurde der Handel zunächst gestoppt. Crossair waren am Vortag markant gestiegen und Unique gefallen.