TARIFEINIGUNG Herr Kaiser bekommt 3,5 Prozent mehr


In der Versicherungsbranche haben sich Arbeitgeber und die Gewerkschaft ver.di nach mehrstündigen Verhandlungen am frühen Freitagmorgen auf einen Tarifabschluss geeinigt.

Der Tarifstreit im deutschen Versicherungsgewerbe ist beendet. Arbeitgeber und Gewerkschaft einigten sich in der Nacht zum Freitag in der dritten Verhandlungsrunde auf Gehaltserhöhungen von 3,5 Prozent für die rund 240.000 Beschäftigten. Die Erhöhung gilt nach Angaben von ver.di von Juli an für 15 Monate. Für diesen Monat sei eine Einmalzahlung von 100 Euro vereinbart worden. »Wir haben nach schwierigen Verhandlungen mit 3,5 Prozent ein insgesamt akzeptables Ergebnis erzielt«, sagte Verhandlungsführer Hinrich Feddersen nach den rund zehnstündigen Verhandlungen in München.

Durchbruch nach dritter Verhandlungsrunde

Zusätzlich beschlossen die Tarifparteien eine Verlängerung der tariflichen Pensionszusagen zur privaten Altervorsorge. ver.di hatte zunächst Gehaltserhöhungen von 6,5 Prozent gefordert und dies in den vergangenen Wochen mit Warnstreiks in mehreren Großstädten untermauert. »Mit Warnstreiks haben wir die Arbeitgeber erfolgreich an den Verhandlungstisch bewegt«, sagte Feddersen. Der Durchbruch in der dritten Verhandlungsrunde war möglich geworden, nachdem beide Seiten ihren politischen Streit über die Pflichtgrenze für private Krankenversicherungen beigelegt hatten.

Streit um Versicherungspflichtgrenze

In den ersten beiden Verhandlungsrunden waren die Arbeitgeber erst gar nicht in die Gehaltsverhandlungen eingestiegen, sondern hatten ver.di aufgefordert, eine Erklärung zur Unantastbarkeit der Versicherungspflichtgrenze abzugeben. Die Gewerkschaft hatte sich dafür ausgesprochen, Arbeitnehmern erst ab einem Einkommen von 4500 Euro im Monat den Zugang zur privaten Krankenversicherung zu ermöglichen, um die gesetzlichen Kassen zu stärken. Derzeit liegt die Grenze bei 3500 Euro. Zu Beginn der dritten Verhandlungsrunde rückten die Arbeitgeber von dieser Bedingung ab. Beide Seiten einigten sich jedoch auf eine gemeinsame Erklärung zur Beschäftigungssicherung, die von einem geregelten Nebeneinander von privater und gesetzlicher Krankenversicherung ausgeht.


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