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Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst: Verdi kündigt weitere Warnstreiks an

Die Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern im öffentlichen Dienst sind ergebnislos vertagt worden. Laut Verdi-Chef Bsirske wollen die Gewerkschaften ihre Warnstreiks fortsetzen.

Die Gewerkschaften im öffentlichen Dienst wollen ihre Warnstreiks fortsetzen. Das kündigte Verdi-Chef Frank Bsirske am Dienstag in Potsdam an, nachdem die Tarifverhandlungen über höhere Löhne mit den Arbeitgebern von Bund und Kommunen ergebnislos vertagt worden waren. "Wenn die Arbeitgeber nicht einlenken, laufen wir auf eine große Streikwelle hinaus im öffentlichen Dienst", warnte Bsirske. "Jetzt müssen wir eine Antwort geben aus den Betrieben."

Nach einer Warnstreikwelle im Nahverkehr, bei der Müllabfuhr und in vielen Kitas hatten die Arbeitgeber am Montag ein erstes Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaften lehnten dieses jedoch als völlig unzureichend ab.

Dritte Verhandlungsrunde Ende März

Ein abschließendes Ergebnis der Tarifrunde an diesem Dienstag galt von vornherein als unwahrscheinlich. Für den 28./29. März ist in Potsdam eine dritte Verhandlungsrunde angesetzt.

Die Arbeitgeber bieten eine stufenweise Anhebung der Gehälter um 3,3 Prozent an. Ab Mai dieses Jahres soll es 2,1 Prozent mehr geben, ab März 2013 ein weiteres Plus von 1,2 Prozent. Der alte Tarifvertrag ist Ende Februar dieses Jahres ausgelaufen. Die Laufzeit des neuen Vertrages soll nach dem Willen der Arbeitgeber ab Mai 24 Monate betragen.

Die Gewerkschaft Verdi und die Tarifunion des Beamtenbundes dbb sind mit Forderungen nach einem Gehaltsplus von 6,5 Prozent, mindestens aber 200 Euro zusätzlich pro Monat, in die Verhandlungen gegangen. Nach ihrer Rechnung würden mit dem Arbeitgeberangebot die Gehälter in den kommenden zwei Jahren im Schnitt um lediglich 1,77 Prozent steigen - unter Berücksichtigung der zweimonatigen Erhöhungspause.

mlr/DPA / DPA