Tarifstreit Fluglotsen-Streik endgültig vom Tisch


Der monatelange Tarifstreit bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) ist beigelegt. Unternehmen und Gewerkschaft stimmten dem in der Schlichtung erzielten Kompromiss zu.

Der angedrohte Streik bei den deutschen Fluglotsen ist endgültig abgewendet: Die Deutsche Flugsicherung (DFS) und die Gewerkschaft der Fluglotsen (GdF) haben die am Wochenende getroffene Schlichtungsvereinbarung angenommen, wie beide Seiten am Donnerstagabend nach Sitzungen ihrer Tarifkommissionen mitteilten. Die 5.300 Beschäftigten erhalten demnach rückwirkend zum 1. November 2006 sowie ab November 2007 drei Prozent mehr Gehalt. Zudem wurden Einmalzahlungen bis 8.450 Euro vereinbart. Die Laufzeit beträgt zwei Jahre.

GdF-Sprecher Marek Kluzniak sagte der AP, man sei zufrieden mit dem Ergebnis. Für die Arbeitgeber bedeutet der Abschluss nach eigener Darstellung 50 Millionen Euro Mehrkosten. Die ursprünglichen Forderungen der Gewerkschaft hätten allerdings Mehrkosten von 230 Millionen Euro bedeutet, sagte DFS-Sprecherin Anja Tomic. Man sei der Gewerkschaft entgegengekommen, um den angedrohten Streik abzuwenden. Die Einmalzahlungen betragen Kluzniak zufolge einheitlich 3.000 Euro für Beschäftigte im nicht-operativen Bereich. Alle anderen Beschäftigten, also Fluglotsen, Flugdatenbearbeiter und Techniker, erhielten zwischen null und 8.450 Euro, je nachdem, wie sie von den strukturellen Veränderungen der Tarifstruktur betroffen seien.

Die Gewerkschaft hatte neben vier Prozent mehr Geld die Umstrukturierung der Vergütung verlangt. Die Vereinbarung war am vergangenen Samstag nach rund einwöchigen Schlichtungsverhandlungen unter Vorsitz der früheren Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin erreicht worden. Die DFS hatte den angedrohten Arbeitskampf, der den gesamten deutschen Flugverkehr hätte lahm legen können, mit der Einleitung des Schlichtungsverfahrens in letzter Minute abgewendet. Die Tarifverhandlungen hatten im November begonnen.

Die DFS mit Sitz in Langen bei Frankfurt am Main ist für die Kontrolle fast des gesamten Luftraums über der Bundesrepublik verantwortlich, mit täglich mehr als 8.000 Überflügen einer der verkehrsreichsten weltweit. Sie ist an bundesweit 19 internationalen und regionalen Flughäfen vertreten, aber auch die übrigen Flughäfen stehen unter ihrer Aufsicht. Die frühere Bundesbehörde wurde Anfang der 90er Jahre privatisiert, befindet sich aber noch im Besitz des Bundes. Bei der DFS arbeiten neben den etwa 1.800 Lotsen, die die größte Berufsgruppe stellen, unter anderem Techniker und Ingenieure.


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