HOME

Tarifverhandlungen bei der Bahn: GDL-Chef Weselsky kämpferisch - Neuer Streik möglich

Droht ein neuer Streik bei der Bahn? Gar während der Feiertage? Claus Weselsky, Chef der Lokführergewerkschaft GDL, gibt sich kämpferisch, schließt Streiks nicht aus, hofft aber auf einen Kompromiss.

GDL-Chef Weselsky vor der nächsten Tarifrunde mit der Bahn: "Haben gezeigt, dass wir uns durchsetzen können."

GDL-Chef Weselsky vor der nächsten Tarifrunde mit der Bahn: "Haben gezeigt, dass wir uns durchsetzen können."

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) schließt vor der Verhandlungsrunde mit der Deutschen Bahn an diesem Freitag einen neuen Streik nicht aus. Sie hält aber eine Lösung für Zugbegleiter für möglich. "Wir haben bewiesen, dass wir uns durchsetzen können. Ich will nicht erleben, dass wir eine verbohrte Verweigerungshaltung des Managements aufbrechen müssen", sagte GDL-Chef Claus Weselsky dem Radiosender "hr-Info". Die GDL würde für ihre Mitglieder bei den Zugbegleitern jedoch Tarifverträge akzeptieren, die den gleichen Inhalt wie die der konkurrierenden Bahngewerkschaft EVG haben.

"Wenn der Arbeitgeber es schafft, gleiche Verträge hinzukriegen, dann haben wir nichts dagegen", sagte Weselsky. Ohnehin seien Kompromisse bei den Forderungen nach fünf Prozent mehr Lohn und Arbeitszeitverkürzung möglich. Die Bahn hatte angeboten, dass die Gehälter in drei Stufen um insgesamt fünf Prozent bis Ende 2016 steigen. Dazu kommen etwa Einmalzahlungen und Weihnachtsgelderhöhungen. Für Zugbegleiter und Lokführer hat die Bahn nach ihren Angaben bereits beiden Gewerkschaften materiell gleiche Angebote vorgelegt.

An diesem Freitag trifft sich die GDL mit Vertretern der Deutschen Bahn. Sie vertritt überwiegend die Lokführer bei der Bahn und will für ihre Mitglieder beim gesamten Zugpersonal verhandeln, nicht nur für Lokführer. Die Zugbegleiter werden aber auch von der EVG vertreten.

dho/DPA / DPA