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Teilprivatisierung: Hamburg bringt Hafen an die Börse

Nach monatelangem Tauziehen mit den Betriebsräten hat der Hamburger Senat entschieden: Die Betriebsgesellschaft des Hamburger Hafens wird nicht an einen Großinvestor verkauft. Stattdessen sollen 30 Prozent als Stammaktien an die Börse.

Das parallel laufende Bieterverfahren sei gestoppt worden, sagte Bürgermeister Ole von Beust (CDU). Mit den Erlösen aus dem Börsengang sollen Investitionen in den Hafen finanziert werden.

Die Beschäftigten der städtischen Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hatten vehement gegen die Verkaufspläne protestiert - sie hatten unter anderem damit gedroht, dann den Hafen lahmzulegen. Die Entscheidung für einen Börsengang nahm der HHLA-Konzernbetriebsratsvorsitzende Arno Münster nun erleichtert auf. Es sei ein Ergebnis zustande gekommen, indem beide Seiten aufeinander zugegangen sind, so Münster.

HHLA macht eine Milliarde Umsatz

Die Stadt prüfte seit längerem eine Teilverkauf der HHLA und die Option des Börsengangs. Es sollten bis zu 49,9 Prozent der Anteile an Investoren veräußert werden. In dem Bieterwettbewerb waren zuletzt noch die australische Bank Macquarie und ein Konsortium um den Baukonzern Hochtief.

Die HHLA gehört bisher über eine Zwischenholding zu 100 Prozent der Stadt, wird aber nach privatwirtschaftlichen Regeln geführt. Seit mehr als zwei Jahren prüft der Senat eine mögliche Teilprivatisierung des Unternehmens. Nachdem 2006 ein Verkauf an die Deutsche Bahn scheiterte, suchte die Landesregierung nach neuen Möglichkeiten. Im Jahr 2006 erwirtschaftete der HHLA-Konzern erstmals mehr als eine Milliarde Umsatz. Das Unternehmen beschäftigt 4215 Menschen.

Speicherstadt im HHLA-Besitz

Die HHLA ist Marktführer im Hamburger Containerumschlag und ist, über Tochter- und Beteiligungsgesellschaften direkt oder indirekt, in fast allen Hafenbereichen aktiv. So ist sie im Immobilien- und Beratungsgeschäften tätig und besitzt die historische Speicherstadt und den Fischmarkt.