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Telekommunikation: TelDaFax-Netz weiter in Betrieb

Montag wurde Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Investoren sollen Fortbestand sichern, werden aber kaum die Schulden übernehmen.

Das Netz der von der Insolvenz bedrohten Teldafax AG ist noch nicht abgeschaltet, teilte Stephan Koch, Vorstand für Vertrieb und Marketing bei Teldafax mit. Auch ein Telekom-Sprecher bestätigte dies. Zwar gibt es Einschränkungen im Netz, die durch technische Umroutungen allerdings eliminiert werden könnten, so Koch. Weitere Aussagen wollte er nicht treffen. Angeblich kündigte die Telekom die Abschaltung des Netzes für den gestrigen Abend an. Teldafax hat nach eigenen Angaben Schulden im zweistelligen Millionen-DM-Bereich bei der Telekom. Wegen drohender Zahlungsunfähigkeit hatte Teldafax am Montagmorgen beim zuständigen Amtsgericht Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Derzeit versuchten der vorläufige Insolvenzverwalter, der Friedberger Rechtsanwalt Bernd Reuss, und der Vorstand des Marburger Unternehmens die angedrohte Netzabschaltung zu verhindern.

Hoffnung auf Kompromiss

Der Teldafax-Eigentümer World Access verhandelt nach Angaben Kochs weiterhin intensiv mit der Telekom und sucht gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter nach einem Kompromiss. »Mehr Hoffnung kann man der Telekom wohl nicht machen, dass die ausstehenden Posten beglichen werden«, sagte Koch. Er fügte hinzu, dass sich Teldafax die ganze Zeit in Gesprächen mit potenziellen Investoren befindet, die zwar nicht die Schulden von des Unternehmens übernehmen wollen, aber an einem Fortbestand von Teldafax interessiert sind. Nach dem Antrag auf ein Insolvenzverfahren wurden die Gespräche von Seiten der Investoren »ernsthafter«, sagte Koch.

Die Marburger Gesellschaft bietet Telefongespräche im so genannten Call-by-Call-Verfahren an und nutzt dafür Leitungen der Deutschen Telekom. Die am Neuen Markt notierten Teldafax-Aktien, die am Montag vom Handel ausgesetzt wurden, brachen am Dienstag im frühen Geschäft zeitweise über 40 Prozent auf ein neues Allzeittief von 0,31 Euro ein.