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Tragischer Unfall Tod in der Schaukel: Tut Airbnb genug für die Sicherheit?


Ein Thanksgiving-Urlaub mit Airbnb endete für Zak Stones Familie tragisch. In einem sehr persönlichen Text wirft Stone nun die Frage auf, inwieweit Airbnb für die Sicherheit in seinen Unterkünften verantwortlich ist.

Den schönen Garten hatten die Besitzer des Landhäuschens besonders hervorgehoben. Er vermittle ein Gefühl des Friedens, hieß es auf der Airbnb-Seite des Anwesens in Texas. Doch Zak Stone und seiner Familie, die das Cottage für ein Thanksgiving-Wochenende gebucht hatten, brachte der Garten keinen Frieden. Als sich Stones Vater auf die Schaukel setzte, die an dem alten Baum hing, brach der Ast und erschlug den Vater. Später stellte sich heraus, dass der Baum bereits seit zwei Jahren abgestorben war.

Ob man Airbnb für einen morschen Baum verantwortlich machen kann, sei dahingestellt. Doch unabhängig von den Details des Einzelfalls, kann man fragen, ob sich Airbnb beim Thema Sicherheit nicht grundsätzlich aus der Verantwortung stiehlt. "Könnte die Firma, die angeblich 24 Milliarden Dollar wert ist und an die Börse gehen will, mehr für die Sicherheit ihrer Unterkünfte tun, in denen Millionen Gäste pro Jahr unterkommen?", fragt Zak Stone in einem emotionalen Artikel über den Tod seines Vaters, den er "Leben und Sterben bei Airbnb" genannt hat. "Welche Verantwortung hat die Firma denen gegenüber, die ihnen ihr Geld und ihr Vertrauen geben?"

Hauptsache schöne Fotos

Im Gegensatz zu Hotels unterliegen Airbnb-Unterkünfte keinen besonderen Sicherheitsregularien. Airbnb appelliert zwar an seine Vermieter, Sicherheitsstandards einzuhalten. Überprüft wird das aber nicht. Stone bemängelt, dass es der Firma offenbar einzig und allein wichtig sei, ihr Geschäft voranzutreiben.

So schickt Airbnb bei manchen Unterkünften extra professionelle Fotografen vorbei, um das Angebot für die Airbnb-Seite aufzuhübschen. Sicherheitsprüfer gibt es dagegen nicht. "Airbnb schickt zwar jemanden, um sicherzustellen, dass deine Bäume gut auf den Fotos aussehen, aber kümmert sich nicht darum, dass dir diese Bäume nicht auf den Kopf fallen", schreibt Stone.

Rauchvergiftung im illegalen Hotel

Das Hotelgewerbe ätzt regelmäßig gegen die aus ihrer Sicht unlautere Konkurrenz. Denn während Hotels darauf achten müssen, dass Sprinkleranlagen funktionieren, Feuerlöscher angebracht und Notausgänge vorhanden sind, werden bei Airbnb solche gewerblichen Bestimmungen in der Regel ignoriert.

Dabei haben viele Airbnb-Anbieter längst die Schwelle vom privaten zum gewerblichen Handeln überschritten. In gefragten Städten wie New York bringen manche Anbieter mehr Leute in ihren privaten Zimmern unter als das Hostel nebenan im Schlafsaal. Zak Stone zitiert auch einen Fall aus Taiwan, bei dem eine kanadische Touristin 2013 in einer Airbnb-Unterkunft an einer Kohlenmonoxidvergiftung starb. Die Besitzer der illegal als Hotel betriebenen Unterkunft hatten keinen Rauchmelder installiert. Airbnb zahlte in einem Vergleich zwei Millionen Dollar.

Airbnb spendiert Rauchmelder

Auf seiner Homepage weist Airbnb Anbieter von Unterkünften mittlerweile ausführlich auf die Vorzüge von Rauchmeldern hin. "Wir möchten, dass jeder Airbnb-Gastgeber funktionierende Rauch- und Kohlenmonoxidmelder in seiner Unterkunft installiert und diese regelmäßig prüft", heißt es groß auf der deutschen Airbnb-Seite. Die ersten 25.000 Gastgeber, die 2015 einen Melder einbauen, bekommen das Gerät sogar von Airbnb bezahlt.

Auch behördliche Regulierungen, elektrische Sicherheit und sonstige Gefahrenquellen sollen Airbnb-Gastgeber laut Homepage beachten. Alle Angebote vorab auf Sicherheit zu überprüfen, wie es Stone anregt, darauf dürfte sich Airbnb aber wohl kaum einlassen.

Neue Versicherung zahlt für Unfälle

In einer Reaktion auf den Artikel von Stone erklärte Airbnb dem "Business Insider", man sei schockiert gewesen, als man von dem Vorfall gehört habe. Allerdings seien Unfälle in Airbnb-Unterkünften extrem selten und darauf sei man stolz. "Nichts ist uns wichtiger als Sicherheit", behauptet das Unternehmen.

Tatsächlich hat die Firma erst kürzlich beim Versicherungsschutz nachgebessert. Im Januar führte Airbnb in den USA eine Haftpflichtversicherung für Gastgeber ein. Sie zahlt, wenn sich ein Besucher in der Wohnung verletzt oder wenn er Eigentum des Nachbarn beschädigt (etwa durch einen Wasserschaden). Seit 22. Oktober gilt die Versicherung auch in Deutschland und 14 weiteren Ländern. Für Schäden, die Gäste in der Wohnung selbst anrichten, kommt schon seit Längerem die Gastgeber-Garantie von Airbnb auf. Sowohl für die Garantie als auch für die neue Versicherung gilt eine Deckungssumme von 800.000 Euro.

Rauchmelder Test: Hier geht es zum Rauchmelder Vergleich. 


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