Treibstoff Benzinpreis steigt auf Rekordhöhe


Neuer Benzinpreisschock: Die Mineralölkonzerne haben schon zum zweiten Mal in einer Woche die Preise angebohen. Die Bestände in den USA sind so niedrig wie seit 1975 nicht mehr.

Unter Führung der Esso haben die Mineralölkonzerne zum zweiten Mal innerhalb einer Woche die Preise auf Rekordhöhe angehoben. Nach Angaben eines Esso-Sprechers vom Donnerstag betrug die Erhöhung rund 2,2 Cent pro Liter. Normalbenzin kostet nun nach den Angaben 1,146 Euro, Super 1,167 Euro und Super plus 1,207 Euro. Für Diesel werden fast 96 Cent fällig. Ein Aral-Sprecher bestätigte die Anhebung.

Esso verweist auf Rotterdam

Esso-Sprecher Karl-Heinz Schult-Bornemann verwies zur Begründung für die Preiserhöhung auf die hohen Rohölpreise und die ebenfalls hohen Produktendpreise in Rotterdam. Erst am Montag hatten die Ölmultis den Liter um drei Cent verteuert. Damit beträgt die Summe der Preisanhebungen in dieser Woche bisher 5,5 Cent pro Liter. Laut Esso beträgt der Steueranteil pro Liter Benzin nun 81,4 Cent.

Rohöl fast schon wertvoll

Rohöl ist unterdessen so teuer wie seit knapp zweieinhalb Jahren nicht mehr: In New York wurde ein Barrel (159 Liter) für 36 Dollar gehandelt. Neben den Sorgen wegen eines Irak-Krieges trieben vor allem untypisch niedrige Rohölbestände in den USA die Notierungen hoch. An der New Yorker Rohstoffbörse wurde Rohöl zur Lieferung im März am Mittwoch zu Handelsschluss mit 35,77 Dollar notiert, 33 Cent höher. In London wurde die traditionell etwas billigere Nordseesorte Brent acht Cent höher für 32,45 Dollar gehandelt.

USA mit niedrigen Lagerbestände

Nach Angaben der US-Energiebehörde lagen die Rohöl-Lagerbestände in den USA vergangenen Woche mit rund 270 Millionen Barrel etwa 52 Millionen Barrel unter dem Vorjahreswert. Die Bestände sind damit so niedrig wie seit 1975 nicht mehr.

«Bild» wettert

Die «Bild»-Zeitung schreibt den Frust der meisten nieder: "«Es geht wieder aufwärts - aber nur beim Benzinpreis!» Nur eingefleischte Auto-Gegner können über diesen Spruch derzeit lachen. Denn an den Zapfsäulen herrscht blanke Wut. Fast täglich erreichen die Benzinpreise neue Rekordmarken. Sprit ist schon teurer als Rotwein. Nirgendwo sonst werden die Bürger so abgezockt wie beim Abzapfen. Vom Finanzminister, der 77 Cent an jedem Liter kassiert und gleich drei Mal die Hand aufhält: Für Mineralöl-, Öko- und Mehrwertsteuer. Von den Multis, die gerade wieder Rekordgewinne in Milliardenhöhe gemeldet haben und jedes noch so vage Gerücht nutzen, um an der Preisschraube zu drehen. Legt beim Spritpreis endlich den Rückwärtsgang ein. Sonst fährt die Wirtschaft mit Vollgas an die Wand!" Gut gebrüllt, Löwe!


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