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Experiment: Trinkgeld oder Komplimente - wie bekommt man beim Dönermann die größere Portion?

Sie kauften 800 Döner und 100-mal Eis: Wirtschaftsforscher aus Österreich haben untersucht, ob Kunden größere Portionen bekommen, wenn sie vorab Trinkgeld geben oder besonders nett sind. Ein Ergebnis war besonders bemerkenswert.

Mit Freundlichkeit kommt man beim Dönerverkäufer auf Dauer weiter als mit Trinkgeld (Symbolbild)

Mit Freundlichkeit kommt man beim Dönerverkäufer auf Dauer weiter als mit Trinkgeld (Symbolbild)

Mit einem ordentlichen Trinkgeld belohnt der Gast im Restaurant oder Café guten Service und zeigt seine Zufriedenheit. Der Kunde selbst profitiert allerdings meist nicht von seiner Großzügigkeit. Schließlich weiß der Kellner oder Verkäufer ja nicht schon vorher, von wem er wieviel Trinkgeld bekommen wird - und behandelt daher wohl alle gleich.

Österreichische Wirtschaftsforscher haben nun untersucht, ob sich das ändert, wenn der Verkäufer schon vorher weiß, wer besonders großzügig ist. "Was passiert, wenn ich das Trinkgeld schon bei der Bestellung gebe? Diese Frage stand am Anfang unserer Studie", sagt Stefan Palan, der an den Universitäten von Innsbruck und Graz forscht. Gemeinsam mit Michael Kirchler vom Institut für Banken und Finanzen der Uni Innsbruck untersuchte er, ob Verkäufer bestimmte Kunden bevorzugt behandeln, wenn man ihnen entsprechende Anreize gibt. (Hier gehts zur Studie.)

Das Interessante an dem Feldversuch: Die Wissenschaftler verglichen monetäre mit immateriellen Anreizen. Während einige Testkäufer die Verkäufer von Eis und Döner mit Trinkgeld lockten, versuchten es andere mit standardisierten Komplimenten wie "Sie haben das beste Eis der Stadt" oder "Ich hatte noch nie einen besseren Dürüm Döner als bei Ihnen". Insgesamt wurden 800 Döner und 100 Tüten Eis in Graz, Innsbruck und München geordert. 

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Stammkunden sollten Komplimente machen

Es zeigte sich, dass die Verkäufer sowohl empfänglich für Komplimente als auch für Trinkgeld waren - und größere Eiskugeln und Dönerportionen herausgaben. So bekamen die Eiskunden, die Komplimente gemacht hatten, im Schnitt zehn Prozent mehr Eis und diejenigen, die vorab Trinkgeld gaben sogar 17 Prozent mehr. Zog man die Kosten für das Trinkgeld wieder ab, blieb immer noch ein Vorteil von sieben Prozent. Auch die Daten aus den Döner-Bestellungen untermauerten laut den Forschern diese Ergebnisse. 

Zudem stellten die Forscher einen bemerkenswerten Stammkunden-Effekt fest: "Interessant war, dass der Effekt beim Trinkgeld über mehrere Besuche gleichgeblieben ist, während er bei Komplimenten deutlich anstieg und nach fünf Besuchen sogar stärker war als jener mit Trinkgeld", erzählt Palan. "Nachhaltiges Loben über mehrere Tage kann also die bevorzugte Behandlung noch einmal verstärken."

Die Anerkennung von Stammkunden ist Verkäufern demnach offenbar besonders wichtig. Die Forscher erkennen dahinter das Prinzip der Reziprozität, ein Konzept aus den Sozialwissenschaften, "nach dem sich die Wichtigkeit von Lob und Anerkennung evolutionsbedingt sehr früh im Menschen entwickelt hat, da sie einen besseren Status in der jeweiligen Gesellschaft begründeten", wie Michael Kirchler erklärt. "Wir zeigen mit unserer Studie, wie dieses Prinzip in heutigen Konsumentscheidungen nach wie vor wirkt, und dass immaterielle Anreize wie Anerkennung und Lob wohl unterschätzt und monetäre Anreize eher überschätzt werden."

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.