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Tui-Sparpläne: 4000 Job wackeln - im Ausland

Nach unbestätigten Medienberichten wird der Sparkurs beim Reisekonzern Tui bis zu 4000 Stellen kosten, die meisten davon in Großbritannien und Frankreich. Doch auch die Konzernzentrale in Hannover soll nicht ungeschoren bleiben.

Der Reise- und Schifffahrtskonzern TUI will nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Freitag) in der Touristik weitere 3500 bis 4000 Stellen streichen. Den entsprechenden Sanierungsplan soll der Aufsichtsrat am kommenden Donnerstag genehmigen. Ein TUI-Sprecher bestätigte auf Anfrage, dass "auf der seit langem angekündigten Aufsichtsratssitzung" ein Thema das Programm Kostensenkung sei. Über Details und Zahlen werde das Unternehmen vor der Sitzung keine Angaben machen und nannte die Zahlen "Spekulationen".

Entscheidung trifft der Aufsichtsrat

"Wir haben beschlossen, solche Medienspekulationen bis zu der Aufsichtsratssitzung am kommenden Donnerstag nicht zu kommentieren", sagte ein Konzernsprecher. Der TUI-Vorstand steht auf Grund schwacher Ergebnisse und massiver Kritik von Teilen seiner Aktionäre seit Monaten unter Druck. Im Anschluss an eine Aufsichtsratsklausur im August hatte Konzernchef Michael Frenzel mehrfach betont, es seien weitere schmerzhafte Einschnitte nötig.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet, dass die Kosten in der Touristiksparte bis 2008 um mehr als 200 Millionen Euro gesenkt werden sollen. Deshalb plane der Konzern "drastische Einschnitte" in seinem Stammgeschäft mit erheblichen Personalabbau. Die Kosten für den Restrukturierungs- und Sozialplan dürften etwas mehr als 100 Millionen Euro betragen, schreibt die FAZ.

Konzernzentrale bleibt nicht ungeschoren

Nach dem Bericht der Zeitung sollen die meisten Jobs im Ausland wegfallen, vor allem in Großbritannien und Frankreich. Aber auch in der Konzernzentrale in Hannover müssten nochmals "sehr viele hundert" Jobs, aber wohl weniger als tausend, eingespart werden. Tui hat seit 2003 rund 6000 Stellen gestrichen, davon allerdings allein 2000 in diesem Jahr bei der Ende 2005 übernommenen Reederei CP Ships. Dieses reiche nicht aus, hatte Frenzel mehrfach erklärt.

Der Tui-Vorstand will im Aufsichtsrat auch über die mittelfristige Gewinnprognose beraten, die bisher für 2008 vorsah, die operativen Ergebnisse in der Touristik auf bis zu 700 Millionen Euro und in der Schifffahrt auf 650 Millionen Euro zu verdoppeln. Analysten gingen in den vergangenen Wochen davon aus, dass TUI diese Ziele auch mit Sparmaßnahmen möglicherweise nicht einhalten kann und verschieben muss. Außerdem rechnen Analysten wie Eggert Kuls vom Bankhaus MM Warburg mit erheblichen Belastungen für das TUI-Ergebnis durch Ausgaben für Sozialpläne und Abschreibungen noch in diesem Jahr, so dass TUI sogar in die roten Zahlen rutschen könnte.

DPA/Reuters / DPA / Reuters
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