TV-Sender Kofler kündigt Premiere


Georg Kofler hat - angeblich aus Gründen der "persönlichen Lebensplanung" - den Chefsessel beim Bezahlsender Premiere geräumt. Bereits am 31. August soll sein Nachfolger antreten. Seine Premiere-Aktien hat Kofler bereits versilbert.

Der Chef des Bezahlsenders Premiere, Georg Kofler, verlässt überraschend das Unternehmen. Er gehe bereits zum 31. August, teilte Premiere mit. Kofler habe den Aufsichtsrat um die vorzeitige Auflösung seines Dienstvertrags gebeten, hieß es. Zum neuen Konzernchef sei am Sonntag der bisherige Finanzvorstand Michael Börnicke bestellt worden.

Kofler teilte mit, die Entscheidung beruhe ausschließlich auf seiner "persönlichen Lebensplanung". Er wolle als führender Gesellschafter eine Unternehmensgruppe aufzubauen, die sich in ausgewählten Wachstumsmärkten positioniert, "allerdings nicht in der Medienbranche", wie er betonte. Es sei Zeit für einen "Themenwechsel". Kofler habe sich in der vergangenen Woche über die Börse von seinen Premiere-Aktien in Höhe von 1,25 Prozent des Grundkapitals getrennt, teilte das Unternehmen mit.

Unter Börnicke sei Premiere "in besten Händen"

Bereits vor einigen Monaten war spekuliert worden, dass sich der Chef des Bezahlsenders zurückziehen könnte, nachdem er seinen Anteil an dem Unternehmen deutlich reduziert hatte. Kofler hatte 2002 die Geschäftsführung des damals angeschlagenen Bezahlsenders übernommen, den er sanierte und im März 2005 an die Börse brachte. Sein Nachfolger Börnicke ist seit 1998 in der Geschäftsführung des Bezahlsenders und hatte den Gang aufs Parkett als Finanzvorstand verantwortet.

Kofler erklärte, nach dem Kauf der Bundesliga-Rechte vom Konkurrenten arena beginne für Premiere eine "neue Entwicklungsphase". "Die Weichen sind wieder auf Wachstum gestellt, die strategische Ausgangsposition ist hervorragend." In den kommenden Monaten kämen wichtige Rechtepakete auf den Markt. Dabei gehe es um Vertragslaufzeiten bis 2012 oder länger, entsprechend langfristig seien strategische Weichenstellungen und operative Geschäftspläne zu entwickeln. "Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, dass ich für einen solchen Zeithorizont nicht mehr für die Vorstandsarbeit bei Premiere zur Verfügung stehe." Daher übergebe er die Verantwortung an Börnicke, der in den vergangenen fünf Jahren sein "engster Partner und Weggefährte bei Premiere" gewesen sei, erklärte Kofler. "Bei ihm und seinen Vorstandskollegen ist die Zukunft von Premiere in besten Händen."

Erst vor wenigen Wochen hatte Premiere die Bundesliga- Übertragungsrechte von arena in Form einer Sublizenz zurückerworben und sich damit als Platzhirsch des deutschen Bezahlfernseh-Marktes zurückgemeldet. Der Schritt hatte den Bundesliga-Abo verkauf kräftig in Schwung gebracht. Bis Ende August will Premiere 200.000 der Abos verkauft haben.

DPA DPA

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