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Übernahme der Dresdner Bank: Commerzbank spart vier Milliarden

Die Commerzbank zieht die vollständige Übernahme der Dresdner Bank um ein halbes Jahr vor und spart dabei gut vier Milliarden Euro. Bereits im Januar 2009 will das Frankfurter Geldinstitut die restlichen Aktien aufkaufen.

Die Commerzbank übernimmt die Dresdner Bank schneller und mit 5,1 Milliarden Euro deutlich günstiger als geplant. Man habe mit der Dresdner-Mutter Allianz vereinbart, den 40-prozentigen Restanteil bereits im Januar 2009 zu übernehmen, teilte Deutschlands zweitgrößtes Kreditinstitut am Donnerstagabend mit. Ursprünglich war mit einem Abschluss des Deals im zweiten Halbjahr 2009 gerechnet worden.

Die Übernahme kostet die Commerzbank nur noch etwas mehr als die Hälfte der eigentlich kalkulierten 9,8 Milliarden Euro. Commerzbank-Vorstandschef Martin Blessing erklärte: "Wir beschleunigen die Übernahme und sichern eine schnelle Integration. In den nach wie vor nervösen Finanzmärkten stellen wir so frühzeitig die uneingeschränkte Handlungsfähigkeit her." Davon profitierten Mitarbeiter, Kunden und Aktionäre, betonte Blessing.

Allianz-Chef Michael Diekmann erklärte: "In der aktuellen Situation an den Finanzmärkten ist eine beschleunigte Übernahme der Dresdner Bank vorteilhaft für alle Beteiligten." Insbesondere Kunden und Mitarbeiter profitierten davon, dass die neue Commerzbank schnell handlungsfähig sei. Die Allianz erhält nach eigenen Angaben für die Dresdner Bank 3,215 Milliarden Euro in bar sowie 163,5 Millionen Commerzbank-Aktien, die einem Anteil von 18,4 Prozent an dem Institut vorsehen. Ursprünglich sollte die Allianz 30 Prozent an der zweitgrößten deutschen Bank erhalten.

Auch cominvest übernommen

Der Münchner Versicherungsriese übernimmt wie vereinbart die Commerzbank-Fondstochter cominvest. Diese wird der Bank zufolge mit 700 Millionen Euro bewertet. Zusätzlich wird die Commerzbank 250 Millionen Euro zahlen.

Ende August hatte die Commerzbank die Übernahme von 60 Prozent der Dresdner Bank bekanntgegeben. Für die restlichen 40 Prozent sollte die Allianz bei unveränderten Wertverhältnissen rund 151,5 Millionen Commerzbank-Aktien erhalten. Diese Aktien werden nun nicht ausgegeben. Die für Anfang 2009 vorgesehene Hauptversammlung der Commerzbank, in der es um die Verschmelzung gehen sollte, entfällt. Die Vereinbarung mit der Allianz steht noch unter Gremienvorbehalt und bedarf der behördlichen Zustimmungen. Ursprünglich sollte der Deal zu einem großen Teil in Aktien abgewickelt werden.

Wegen des Kursverfalls an den Aktienmärkten hatten zuletzt Gerüchte die Runde gemacht, das Geschäft könnte platzen. Die Börse begrüßte die schnelle Übernahme. Die Allianz-Aktie war am Vormittag mit einem Plus von 6,3 Prozent der größte Gewinner im Deutschen Aktienindex Dax. Das Commerzbank-Papier legte 2,6 Prozent zu.

AP/Reuters / AP / Reuters