Unternehmensberichte Kreditkrise schlägt bei BayernLB ein


Die US-Hypothekenkrise trifft eine weitere Landesbank: Mit fast zwei Milliarden Euro macht sie sich in den Büchern der BayernLB bemerkbar. In der Bilanz sollen aber nur 600 Millionen Euro ergebniswirksam verbucht.

Auch die BayernLB stellt sich auf massive Belastungen durch die US-Hypothekenkrise und die Turbulenzen an den Börsen ein: Mit insgesamt 1,9 Milliarden Euro mache sich dies bei der BayernLB bemerkbar. Davon würden allerdings nur rund 600 Millionen Euro im vergangenen Jahr ergebniswirksam verbucht, teilte Deutschlands zweitgrößte Landesbank auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Die Zahlungsausfälle des vergangenen Jahres beliefen sich auf eine Höhe von 150 Millionen Euro. 1,3 Milliarden Euro würden aufgefangen, indem sie durch die Neubewertungsrücklage mit dem Eigenkapital verrechnet werden. Damit mindern sie den operativen Gewinn von etwa einer Milliarde Euro nicht. Eine zusätzliche Kapitalspritze sei nicht nötig, hieß es.

Eigentlich wollte die BayernLB bereits am Dienstag zu den Spekulationen um milliardenschwere Abschreibungen Stellung nehmen. Sie zog die Veröffentlichung aber kurzfristig zurück - offenbar, um den bayerischen Finanzminister und CSU-Chef Erwin Huber nicht zu brüskieren. Er sitzt im Verwaltungsrat der Bank und hatte sich im Haushaltsausschuss der Kritik der Opposition gestellt. Huber hatte gesagt, die Finanzkrise werde tiefe Spuren in der Bilanz der BayernLB hinterlassen, Zahlen stünden aber noch nicht fest.

Ursprünglich sollten die Zahlen erst im April bekanntgegeben werden. Dagegen war die Opposition in Bayern Sturm gelaufen. Sie hatte Huber vorgeworfen, die Zahlen wegen der Kommunalwahlen Anfang März unter Verschluss zu halten.

Lio/ Reuters/ DPA DPA Reuters

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