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Verstoß gegen Klimaschutzgesetz: VW droht in USA Umweltstrafe von 18 Milliarden Dollar

Weil Volkswagen offenbar eine Software verbaute, die fehlerhafte Angaben zu den Emissionen macht, droht dem Autobauer eine saftige Geldstrafe. Zudem könnte die US-Umweltbehörde EPA den Rückruf von fast 500.000 Fahrzeugen fordern.

Der Kühlergrill eines Volkswagens, im Hintergrund weht die US-Flagge

Für Volkswagen dürfte die Rückrufaktion in den USA ein teures Unterfangen werden

Volkswagen droht in den USA eine Strafe von bis zu 18 Milliarden Dollar wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Umweltschutzauflagen. Die Aufsichtsbehörde EPA verdächtigt VW, vorsätzlich Abgasvorschriften bei zahlreichen Diesel-Fahrzeugen umgangen zu haben. Die Environmental Protection Agency warf VW am Freitag vor, dass in Volkswagen- und Audi-Modellen eine Software eingesetzt worden sei, mit der die gesetzmäßige Verringerung bestimmter Abgasemissionen im normalen Fahrbetrieb ausgeschaltet werden könne. Folge solcher Manipulationen sei, dass die Autos für den Umweltschutz festgesetzte Emissionslimits um das bis zu 40-Fache übersteigen könnten. Im Fokus der Ermittlungen stehen laut EPA Vier-Zylinder-Modelle der Jahre 2009 bis 2015. Ein VW-Sprecher in den USA erklärte, der Konzern kooperiere mit den Ermittlern.

"Einfach gesagt, diese Autos hatten ein Programm, das die Abgasbegrenzung beim normalen Fahren ausschaltet und bei Abgastests anschaltet", sagte EPA-Vertreterin Cynthia Giles. Für jedes Fahrzeug, das nicht den US-Abgasnormen entspreche, könne eine Strafe von 37.500 Dollar verhängt werden. Unter Verdacht stünden 482.000 Autos, die seit 2008 verkauft wurden. Wenn bei jedem einzelnen Fahrzeug Verstöße gegen die Umweltauflagen festgestellt würden, könnte sich die Gesamtstrafe auf 18 Milliarden Dollar belaufen, führte Giles aus.

Fahrzeuge müssen vorerst nicht zurückgerufen werden

Laut ihrer Behörde geht es um die Modelle Jetta, Beetle und Golf von VW und den A3 der Tochter Audi aus den Jahren 2009 bis 2015 sowie den VW Passat aus diesem und dem vergangenen Jahr. Die Fahrzeuge müssten vorerst nicht in die Werkstätten zurückgerufen werden, betonte die EPA. Der VW-Sprecher in den USA sagte, das Unternehmen könne sich zu diesem Zeitpunkt nicht näher äußern.

Die umstrittene Funktion bezeichnet die EPA als Abschalteinrichtung ("defeat device"). Mit dem Verbot einer solchen Abschalteinrichtung für die in Autos eingebaute Systeme zur Emissionsminderung geht einher, dass die Abgasbegrenzung nicht nur unter Prüfbedingungen, sondern unter allen normalen Nutzungsbedingungen auf der Straße funktionieren muss und nicht abgeschaltet werden darf. Schon vor Jahren hatte die EPA andere Autohersteller wegen solcher Verstöße im Visier. Nach Angaben der Behörde aus dem Jahr 1998 endeten Ermittlungen gegen Honda und Ford mit Vergleichszahlungen von 267 Millionen und 7,8 Millionen.

amt / AFP / DPA
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