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VERBRAUCHER: Anti-Teuro-Gipfel droht zu scheitern

Sitzt Ministerin Künast am leeren Tisch? Weil sie eine Internetsite mit »Teuro-Sündern« veröffentlichen will, haben nach Einzelhandels auch Gastronomie und Handwerk abgesagt.

Der für Mittwoch geplante so genannte Anti-Teuro-Gipfel bei Bundesverbraucherministerin Renate Künast droht zu scheitern. Nach dem Hauptverband des Deutschen Einzelhandels sagten auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband und der Zentralverband des Deutschen Handwerks das Treffen ab, wie am Montag in Berlin bekannt wurde. Als Grund für den Rückzug nannten die Verbände ein geplantes Internetforum, in dem Künast die Namen von »Teuro-Sündern« veröffentlichen will, was die Verbände jedoch ablehnen.

Nicht mit Veröffentlichung einverstanden

Der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels, Hubertus Pellengahr, bestritt, beim ersten Anti-Teuro-Gipfel Ende Mai abgemacht zu haben, die Namen »schwarzer Schafe« zu veröffentlichen. Er fühlt sich von Künast getäuscht. »Wenn es eine solche Art staatlicher Preiskontrolle gibt, ist das das Ende von Marktwirtschaft und Wettbewerb«, sagte er. Stattdessen ist sein Verband bereit, an einem Informationsforum teilzunehmen, bei dem die Verbraucher über die tatsächliche Wettbewerbssituation aufgeklärt werden.

Mitglieder wollen nicht an 'Pranger'

Der Sprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, Mark Schnerr, bestätigte, dass der Grund für die Absage die von der Ministerin geplanten Veröffentlichung von Namen ist. Die Mitglieder dürften nicht an den Pranger gestellt werden. Er bedauert die Haltung des Ministeriums. Der Geschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Hans-Jürgen Aberle, erklärte, dass er einem so genannten »Pranger« nicht zustimmen könne.

Gespräche werden trotzdem laufen

Das Gespräch soll nach Angaben einer Sprecherin des Verbraucherministeriums trotzdem mit Verbraucherschutzverbänden stattfinden. Bei dem Gespräch im Mai sei vereinbart worden, die Namen von »sündigen Firmen« auf der Internetseite zu nennen. Die Einladung an die Verbände bleibt bestehen.