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Entlarvende Röntgenaufnahmen: So viel Luft steckt in Verpackungen aus dem Supermarkt

Mehr Schein als Sein: Die Verbraucherzentrale Hamburg hat Verpackungen bekannter Marken unters Röntgengerät gelegt. Einige Luftnummern sind besonders dreist.

Die größte Luftnummer: Mit 83 Prozent Luft in der Packung schneidet das Grießbrei-Pulver von Mondamin in der Stichprobe der Verbraucherzentrale am schlechtesten ab. Muss das sein? Auf eine Bitte des stern um Stellungnahme reagierte Hersteller Unilever bislang nicht.

Die größte Luftnummer: Mit 83 Prozent Luft in der Packung schneidet das Grießbrei-Pulver von Mondamin in der Stichprobe der Verbraucherzentrale am schlechtesten ab. Muss das sein? Auf eine Bitte des stern um Stellungnahme reagierte Hersteller Unilever bislang nicht.

Viele Hersteller designen Verpackungen so, dass das Ganze nach mehr Inhalt aussieht, als wirklich drin ist. Dieser Trick ist nicht neu und eigentlich kennen wir ihn auch alle. Doch wie schamlos manche Hersteller tricksen, verdeutlicht ein Experiment der Verbraucherzentrale Hamburg. Die Verbraucherschützer haben Packungen bekannter Marken aus dem Supermarkt mit einem Röntgengerät durchleuchten lassen.

Die Aufnahmen zeigen eindrucksvoll, wie Verbraucher mit übergroßen Verpackungen getäuscht werden. In vielen Packungen ist tatsächlich mehr Luft als Inhalt, wie die Beispiele in der Fotostrecke zeigen.

Hersteller nennt produktionstechnische Gründe

Aus Sicht der Verbraucherschützer ergibt sich daraus auch eine gigantische Ressourcenverschwendung. Wenn Hersteller wie Procter & Gamble ihre Verpackungen nur so groß wie nötig machen würden, könnten sie tonnenweise Plastik und anderes Verpackungsmaterial einsparen, argumentieren die Verbraucherschützer.

Procter & Gamble, das in der Auswertung mit seinem Lenor-Waschmittel vertreten ist, erklärte auf Anfrage, man erfasse Umweltbelastungen und reduziere diese kontinuierlich. Die Lenorflaschen fülle man "aus produktionstechnischen Gründen des Abfüllprozesses" nicht komplett, weil sie wegen schaumbildender Substanzen sonst überlaufen könnten. Hersteller Unilever, dessen Mondamin-Grießbreipulver mit 83 Prozent Luftanteil in der Stichprobe am schlechtesten abschnitt, reagierte auf eine Bitte des stern um Stellungnahme nicht.

Rein rechtlich sind die Luftpackungen laut Verbraucherzentrale kaum zu beanstanden. "Fehlende Vorgaben im Eich- und Verpackungsrecht geben Herstellern viel Freiraum bei der Gestaltung ihrer Produkte", erklären die Verbraucherschützer. Daran werde auch ein zum 1. Januar 2019 in Kraft tretendes Verpackungsgesetz nichts ändern. Die Verbraucherschützer fordern,, "dass grundsätzlich jede Packung bis zum Rand oder zur Naht befüllt werden muss und ein Freiraum von maximal 30 Prozent nur dann erlaubt ist, wenn es sich technisch nicht anders umsetzen lässt".

Dieser Artikel erschien erstmals am 23. November 2018