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Versandhaus-Magnat Werner Otto ist tot


Der Gründer des Ottoversandes, Werner Otto, ist tot. Der 102-Jährige starb bereits in der vergangenen Woche im Kreis seiner Familie. Otto galt als der letzte große Unternehmensgründer der Nachkriegszeit.

Werner Otto, der Gründer der Hamburger Otto Group, ist tot. Er starb bereits am vergangenen Mittwoch im Alter von 102 Jahren im Kreise seiner Familie in Berlin, teilte das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mit.

Der 1909 in Brandenburg geborene Otto wollte eigentlich Schriftsteller werden, absolvierte dann aber zunächst eine kaufmännische Lehre. Anschließend macht er sich mit einem Einzelhandelsgeschäft in Stettin selbstständig. Später führt er einen Zigarrenladen, dann eine Schuhfabrik, die er wegen starker Konkurrenz allerdings nach kurzer Zeit wieder schloss.

Im August 1949 gründet er schließlich seinen Versandhandel in Hamburg - mit 6000 Mark Startkapital. Bis Mitte der 60er Jahre baute er den Otto-Versand zu einem der führenden Unternehmen der Branche aus.

Diszipliniert bis ins hohe Alter

Sein ältester Sohn Michael formte die Otto Group ab den 80er Jahren zu einem Weltkonzern. Der Unternehmensgründer baute völlig unabhängig davon mit der ECE ein zweites Erfolgsunternehmen auf, heute die führende Entwicklungs- und Managementgesellschaft für Einkaufscenter in Europa.

Otto betätigte sich vielfach als Mäzen für soziale und kulturelle Ziele, zudem war er Träger einer Vielzahl von Auszeichnungen, unter anderem war er Ehrenbürger Berlins. Otto hinterlässt seine Ehefrau Maren sowie fünf Kinder. "Mein Mann hatte das große Glück, gesund in einem harmonischen und liebevollen Familienumfeld alt zu werden", sagte Maren Otto. "Er hat bewusst etwas für seine Gesundheit getan und diszipliniert gelebt. Doch sein wichtigster Lebensgrundsatz war, auch im Alter immer noch Ziele zu haben."

Werner Ottos ältester Sohn Michael, heute Aufsichtsratschef der Otto Group, sagte, sein Vater habe ein reich erfülltes Leben gehabt. "Er hat sich stets besonders mit der Zukunft beschäftigt und unternehmerisch außerordentlich viel bewegt. Vor allem hat er den Mensch in den Mittelpunkt seines Handelns gestellt, war sozial engagiert und mir persönlich immer ein wertvoller und vertrauter Gesprächspartner." Auch der jüngste Sohn Alexander Otto, Chef der ECE, hob die visionäre unternehmerische Kraft seines Vaters hervor. "Vor allem aber war er ein guter Vater, der mich immer inspiriert und angespornt hat."

swd/DPA/AFP DPA

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