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Kategorie StartUp: Auf leisen Sohlen zum Erfolg

Vom kleinen Schuhversender zum größten Versandhaus der Welt: Für diese unternehmerische Erfolgsgeschichte wurden die Familienunternehmer Werner und Michael Otto mit dem Deutschen Gründerpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

StartUp, die bundesweit größte Initiative zur Förderung des Unternehmertums in Deutschland, zeichnet die Unternehmer Werner und Michael Otto in Berlin für ihr Lebenswerk gemeinsam mit dem Deutschen Gründerpreis aus. Die Initiative würdigt die Hamburger Familienunternehmer mit diesem Preis für die außerordentliche Erfolgsgeschichte eines kleinen Schuhversands, der zum größten Versandhaus der Welt aufgebaut wurde. Beide Unternehmer engagieren sich in zahlreichen sozialen Projekten und werden für einen vorbildlichen Generationswechsel geehrt: Unter Michael Otto wurde die Otto Group zum zweitgrößten Online-Händler der Welt.

"Die Entwicklung der Unternehmensgruppe Otto ist einer der größten Erfolge der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Beide Unternehmer zeigen seit Jahrzehnten, dass gesellschaftliche Verantwortung und Unternehmertum sich nicht ausschließen", fasst Klaus-Peter Siegloch, stellvertretender Chefredakteur des ZDF, das Votum der Jury zusammen. "Es gibt kaum Unternehmer in Deutschland, die mehr Klarheit, Integrität, Konsequenz und Engagement zeigen als die Unternehmer Otto", so Dr. Florian Langenscheidt in seiner Laudatio während der Preisverleihung.

Der Schlüssel zum Erfolg ist für Professor Werner Otto, 96 Jahre und seinen Sohn Michael Otto, 63 Jahre, die Leidenschaft für das, was man tut. Diese Leidenschaft ließ sie seit 1949 ein Unternehmen mit rund 55.000 Mitarbeitern und mehr als 14 Milliarden Euro Umsatz aufbauen. Mit 300 handgemachten Katalogen legte der damals 40-jährige Werner Otto den Grundstein für den rasanten Aufstieg des Unternehmens. Auf 14 Seiten offerierte der Otto Versand ein Jahr nach der Gründung 28 Paar Schuhe. Diese wurden dem Gründer förmlich aus der Hand gerissen, denn nach dem Krieg fehlte es den Menschen an allem. In den Folgejahren erweiterte Werner Otto das Sortiment und baute das Geschäft aus. Bereits 1951 erreichte der Umsatz die Ein-Millionen-Grenze. Im Jahr 1966 zog sich der 57-jährige Werner Otto aus dem Tagesgeschäft zurück; 1971 trat Michael Otto in den Vorstand ein. Er entwickelte Otto zum international agierenden Konzern.

Der Deutsche Gründerpreis wird seit 2002 jährlich für herausragende Leistungen beim Aufbau neuer Unternehmen in Deutschland in den Kategorien Lebenswerk, Konzept, Aufsteiger und Visionär verliehen.

Aus der Windel in die Wüste

In der

Kategorie Konzept

siegte die Geohumus International GmbH & Co. KG aus Frankfurt/ Main, die eine Substanz zur Speicherung von Wasser entwickelt hat. Die Auszeichnung in der Kategorie Konzept wird für eine herausragende und Erfolg versprechende Geschäftsidee vergeben. Geohumus überzeugte durch sein sehr gutes Managementteam und eine klare Vertriebsstrategie. Die Patenschaft übernimmt Annette Roeckl, Unternehmerin in Sachen Handschuhe und Accessoires.

Die neuartige Substanz - Geohumus - kann den Wasserbedarf in Bereichen künstlicher Bewässerung um 50 Prozent senken. Geohumus besteht aus so genannten Superabsorbern, die extrem viel Flüssigkeit speichern können. Die Substanz kann überall dort eingesetzt werden, wo Pflanzen künstlich bewässert werden. Sie erleichtert die Wiederbegrünung zerstörter Landschaften und unterstützt den Kampf gegen die Ausbreitung der Wüsten.

Hotelreservierung per Mausklick

In der

Kategorie Aufsteiger

ging der Preis an die Hotel.de AG aus Nürnberg, die einen kostenlosen weltweiten Reservierungsservice für 180.000 Hotels online anbietet. In der Kategorie Aufsteiger wird ein Unternehmen ausgezeichnet, das nicht älter als fünf Jahre ist und ein außerordentliches Wachstum vorweisen kann. Hotel.de wurde aufgrund seines einfachen, überzeugenden Konzeptes und der starken Wachstumserwartungen ausgewählt. Die Patenschaft übernimmt Dr. Maximilian Hugendubel, Chef der gleichnamigen Buchhandlungen.

Jeden Monat nutzen rund 750.000 Kunden die Internetseite des Reservierungsservices, der die Beratungsangebote klassischer Reisebüros ergänzen kann. Allein im letzten Quartal verdoppelte sich der Umsatz des Unternehmens im Vergleich zum vorherigen Quartal. Bei Gründung des Unternehmens im Jahr 2001 war die Interneteuphorie bereits Vergangenheit und das Gründungsteam musste einige Hürden überwinden. Inzwischen beschäftigen die erfolgreichen Gründer 329 Mitarbeiter. Besonders mittelständischen Unternehmen bietet Hotel.de viele Vorteile bei der Reiseplanung für Mitarbeiter.

Der Herr der unsichtbaren Bilder

Den Preis in der

Kategorie Visionär

erhielt Prof. Dr. Heinz-Otto Peitgen mit seinem Unternehmen Mevis-Gruppe aus Bremen für eine neuartige Software, mit der Diagnose und Therapie von Krankheiten erleichtert werden können. In der Kategorie Visionär werden Gründer ausgezeichnet, die eine Vision verfolgen, die den gesellschaftlichen Fortschritt fördert. Die MeVis-Gruppe überzeugte die Jury mit ihrem neuartigen, fächerübergreifenden Forschungsansatz zur Entwicklung innovativer Produkte in der Medizin. Die Patenschaft übernimmt Dr. Jürgen Heraeus, Chef der Heraeus Holding.

Die Mevis-Software macht durch Digitalisierung Informationen verfügbar, die der Mensch mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Die Programme helfen unter anderem bei der Früherkennung und Operation von Krebstumoren. Die MeVis-Gruppe beschäftigt etwa 120 Mitarbeiter und ist mit drei Produkten Weltmarktführer in ihrem jeweiligen Segment.

Die Preisträger in den Kategorien Konzept, Aufsteiger und Visionär erhalten ein individuelles, auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnittenes, Coaching durch McKinsey & Company. Die Nominierten in der Kategorie Konzept werden zu einem 1,5-tägigen Workshop eingeladen, auf dem Sie ein individuelles Businessplancoaching durch McKinsey & Company erhalten. Außerdem übernehmen erfolgreiche Unternehmerpersönlichkeiten für einen Zeitraum von zwei Jahren Patenschaften für die Nominierten und Preisträger des Deutschen Gründerpreises.

Karin Spitra