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Volkswagen, Deutsche Bank und Co.: Wie deutsche Unternehmen betrügen - und den Ruf des Landes ruinieren

Deutsche Firmen treten gerne in der Welt als etwas Besseres auf: Besonders schlau, besonders korrekt, besonders grün. Doch Volkswagen ist leider nicht das erste Aushängeschild des Landes, das den Ruf im Ausland versaut.

Volkswagen hat mit dem Diesel-Skandal in den USA das Image deutscher Firmen ramponiert

Volkswagen hat mit dem Diesel-Skandal in den USA das Image deutscher Firmen ramponiert

Deutsche Unternehmenschefs laufen gerne mit ganz breiter Brust durch die weite Welt. Warum auch nicht? Schließlich haben wir die klügsten Ingenieure, die saubersten Fabriken, die sichersten Produkte und die höchsten sozial-ökologisch- ethischen Standards. Made in Germany. German engineering. Germany supertoll.

Korrupt, faul und moralisch schlecht – das sind immer die anderen. Die fiesen Chinesen, die alles kopieren, was sie in ihre Finger kriegen. Die bösen Amis, denen Umweltschutz an ihrem Wohlstandshintern vorbeigeht. Die Südamerikaner, die den Regenwald abholzen. Die korrupten Afrikaner und so weiter… Sollen sich alle mal eine Scheibe abschneiden von sauberer, deutscher Unternehmensethik.

Nicht in dieses Denkmuster passt allerdings, dass ausgerechnet die größten Aushängeschilder der deutschen Wirtschaft regelmäßig in Sauereien von internationalem Ausmaß verwickelt sind. Aktuell steht Volkswagen im Kreuzfeuer, weil der Konzern die Abgaswerte seiner Dieselfahrzeuge manipuliert hat. Der Autokonzern warb mit deutscher Sauberkeit und ließ diese dann mit einer Software lediglich simulieren. Unschöne Sache und auch ziemlich kriminell. Andererseits befinden sich die Wolfsburger damit in bester deutscher Wirtschaftskriminalitäts-Tradition.

Manipulieren, was die Bank hergibt

Die Deutsche Bank etwa sorgte in den vergangenen Jahren für so viele Skandale, dass man mit dem Zählen (und die Bank mit dem Zahlen) kaum hinterherkommt. Deutschbanker manipulierten die wichtigsten internationalen Zinssätze Libor und Euribor. Zudem gab es Ärger um Kursmanipulationen am Devisenmarkt und beim Gold- und Silberpreis. Achja, im Sumpf der faulen US-Hypotheken, die die Finanzkrise auslösten, steckte das Institut natürlich auch knietief mit drin, da es nicht ausreichend vor den Risiken gewarnt hatte. Die verschiedenen Verfehlungen führten zu einer solchen Klageflut, dass man sich fragt, ob die Bank mittlerweile mehr Anwälte als Banker beschäftigt.

Wo wir gerade bei der Finanzkrise sind. Erinnern Sie sich noch an die Hypo Real Estate? Das war jener deutsche Bankenriese, der in der Lehman-Krise derart crashte, dass er vom deutschen Staat gerettet werden musste. Die Manager der HRE handelten dabei nicht direkt kriminell, verantworten aber dennoch ein Milliardengrab für den deutschen Steuerzahler.

Korruption und tödliche Pillen

Auch mit Korruption können deutsche Spitzen-Unternehmen dienen. Den deutschen Weltkonzern Siemens erschütterten 2006 Enthüllungen über ein ausgefeiltes System von Schmiergeldzahlungen und illegalen Preisabsprachen. Jeder Diktator einer Bananenrepublik musste ob dieser kriminellen Perfektion vor Neid erblassen.

Apropos Diktatoren, Bananenrepubliken und ähnlich vertrauenswürdige Subjekte. An die liefern Heckler & Koch, Krauss-Maffei und Rheinmetall natürlich keine Waffen. Die deutsche Rüstungsindustrie, immerhin viertgrößter Waffenexporteur der Welt, stattet ausschließlich ehrenwerte Handelspartner wie beispielsweise Saudi-Arabien mit Panzern und anderem Schießgerät aus.

Wobei es noch nicht einmal zwingend deutsche Waffen braucht, um für Tote zu sorgen. Manchmal reicht auch Pharmazie. Das Arzneimittel Lipobay des Pillen-Konzerns Bayer brachte Anfang des Jahrtausends mehr als Hundert Menschen den Tod. Zahlreiche Gerichtsverfahren überall auf der Welt waren die Folge.

Made in Germany könnte langsam eine Imagekampagne gebrauchen.

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