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VW-Sanierung: Zum Erfolg verdammt

Bei Europas größtem Autobauer Volkswagen geht es jetzt ums Ganze: Löhne, Arbeitszeiten und Tausende Jobs stehen auf dem Prüfstand. Ab Freitag müssen sich Management und Gewerkschaft auf eine Sanierung der Marke VW einigen.

Am Freitag beginnen die Gespräche von Management und Gewerkschaft über eine Sanierung der ertragsschwachen Marke VW. Sie werden schwierig - davon gehen alle aus. Aber beide Seiten wissen, dass sie sich zusammenraufen müssen. Denn die westdeutschen VW-Werke sind nicht wettbewerbsfähig. Dreistellige Millionenverluste schrieben sie im vorigen Jahr. Und einen Volkswagen-Konzern ohne die Kernmarke wird es nicht geben. Das hat VW-Boss Bernd Pischetsrieder unmissverständlich klar gemacht.

Keine Alternativen zur Sanierung

Trotz eines sich in diesem Jahr abzeichnenden Absatzrekordes sieht Pischetsrieder keine Alternative zur Sanierung. Das Absatzplus von über 12 Prozent im ersten Halbjahr 2006 werde sich 2007 "nicht annähernd so stark" fortsetzen, mahnte er Anfang der Woche vor Analysten. Die Erträge müssten verbessert werden. 2005 war die Traditionsmarke nur knapp an roten Zahlen vorbeigeschrammt. Um eine Kehrtwende zu erreichen, will der Wolfsburger Autobauer längere Arbeitszeiten, geringere Arbeitskosten und eine höhere Auslastung der Werke durchsetzen. Auch die Komponentenfertigung ist weiterhin Thema.

Kernforderung ist aber die Rückkehr von der Vier-Tage-Woche mit 28,8 Stunden zur 35-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich. Die IG Metall argumentiert, Arbeitszeitverlängerung mache nur Sinn, wenn genügend Beschäftigung vorhanden sei. Verhandlungsführer Hartmut Meine betont, die Gewerkschaft erwarte "sehr konkrete und verbindliche Zusagen". Konkret verlangt die Gewerkschaft unter anderem ein weiteres Modell neben dem Golf für das Stammwerk Wolfsburg.

Gewerkschaft will Erfolgsbeteiligung

Der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh hatte eine Zustimmung zu längeren Arbeitszeiten an zwei Bedingungen geknüpft. In einem Interview sagte er: "Ich bin nicht gewählt worden, damit alle sechs Stunden länger arbeiten - und dadurch 17 Prozent der Kollegen überflüssig werden." Wenn aber das Unternehmen beweise, dass die längere Arbeitszeit kompensiert werden könne, also genug Arbeit da sei, "dann machen wir mit". Zudem müsse es eine "Erfolgsbeteiligung" für die Arbeitnehmer geben. Eine längere Wochenarbeitszeit gegen Gewinnbeteiligung könnte "ein Weg sein".

Bereits im Februar hatte Pischetsrieder ein tief greifendes Restrukturierungsprogramm für die Marke angekündigt und dabei auch 20.000 Jobs auf den Prüfstand gestellt - jeden fünften der westdeutschen Arbeitsplätze. Sie werden zunächst auf freiwilligem Weg - über Abfindungen, Altersteilzeit und Fluktuation - abgebaut. Während diese Programme inzwischen gut angelaufen sind, zog der Weg zu dauerhafter Kostenentlastung und höherer Produktivität sich hin.

Es geht ums Überleben des Konzerns

Jetzt drückt VW aufs Tempo. Pischetsrieder rechnet mit einer Einigung bis November. Und auch Arbeitsdirektor Horst Neumann hob kürzlich hervor: "Wir stehen unter hohem Zeitdruck." Er weist unter anderem auf die Investitionsentscheidung über den Produktionsstandort für die neue Golf-Generation hin, die noch in diesem Herbst fallen soll. Mit den jetzigen Kosten hat Wolfsburg keine Chance, hier zum Zuge zu kommen. Das hat VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard ohne Wenn und Aber klar gestellt. Das weiß auch Osterloh. Der Gewinn müsse wieder steigen, sagt er. Und dass es bei den Gesprächen ums "Überleben" des Konzerns gehe. Beide Seiten sind zum Erfolg verdammt.

Eine Hoffnung liegt dabei in der von Bernhard angekündigten Modelloffensive. Zwanzig neue Modelle, davon zehn komplett neue Auto will der in den nächsten vier bis fünf Jahren von 2008 an auf den Markt bringen. Dabei verfolgt er die Devise, wieder "echte Volkswagen" zu erschwinglichen Preisen zu bauen. Dies sei zu lange vernachlässigt worden, wissen nicht nur die Kritiker. Autos wie der Golf bekamen immer umfangreichere Ausstattungen und komplizierte Konstruktionen - damit verlängerte und verteuerte sich die Produktion. Der Käufer goutierte das nicht. Deshalb soll jetzt Schluss sein damit.

Tarifvertrag ist ungekündigt

Die Arbeiter bei VW werden aber wohl nicht darum herumkommen, ebenfalls einen Beitrag zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit zu leisten. Darum geht es bei den Gesprächen. Der Tarifvertrag ist aber ungekündigt. Die IG Metall legt großen Wert auf diese Feststellung.

Eva Tasche/DPA / DPA
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.