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Werksschließung: Nokia droht Bochumer Betriebsrat

In Bochum droht wegen der geplanten Schließung des Handy-Werkes eine Eskalation zwischen Nokia und dem Betriebsrat. Die Arbeitnehmervertreter haben zu einer "allgemeinen Informationsveranstaltung" aufgerufen. Das verärgert die Geschäftsleitung.

Rund 300 Beschäftigte wollen vor der Zentrale von Nokia in Düsseldorf demonstrieren. Mit der "Informationsveranstaltung" wolle man am Tage der Nokia- Aufsichtsratssitzung "Präsenz zeigen", sagte der stellvertretende Betriebsratschef Silvano Guidone in Bochum.

Deswegen droht eine Eskalation, so die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ)": Nach dem Aufruf zur Teilnahme habe der Chef von Nokia Deutschland, Klaus Goll, intern mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht. "Wir behalten uns daher ausdrücklich vor, im Fall der Teilnahme an dieser Veranstaltung arbeitsrechtliche Maßnahmen einzuleiten sowie diese Zeiten nicht als Arbeitszeit anzuerkennen", zitiert die "WAZ" den Nokia-Chef.

Die Verhandlungen zwischen dem Betriebsrat und dem Handy-Hersteller Nokia über einen Ausgleich für die Schließung des Bochumer Werks sind ins Stocken geraten. "Die beiden Positionen sind zur Zeit noch ein bisschen weit auseinander", sagte Guidone.

Einzelheiten zum Stand der Verhandlungen wollen IG Metall und Betriebsrat bei der Veranstaltung mitteilen.

Betriebsräte und Gewerkschaft fordern eine Schließung später als zum angekündigten Termin Mitte 2008, zudem Ersatzarbeitsplätze und ein Entgegenkommen von Nokia gegenüber einem möglichen Investor, der Arbeitsplätze bereitstellt, sowie einen ordentlich ausgestatteten Sozialplan. Der Handy-Konzern will sein Bochumer Werk mit mehr als 2000 Beschäftigten Mitte des Jahres schließen.