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Plötzlich Premium-Mitglied: Miese Abofalle: Stiftung Warentest warnt vor Kleiderbörse Zamaro

Tauschbörsen im Netz sind praktisch, um den Kleiderschrank auszumisten. Doch Stiftung Warentest warnt vor schwarzen Schafen. Bei Zamaro ist das Geschäft undurchsichtig, die Kosten hoch - und Kunden rutschen schnell in eine Abofalle.

Zamaro.de als Abofalle: Stiftung Warentest warnt

Zamaro.de als Abofalle: Stiftung Warentest warnt

Wer seinen Kleiderschrank ausmisten will, hat mehrere Optionen: Zu früher Stunde einen Stand auf dem Flohmarkt aufbauen. Das ist anstrengend - und nach Abzug der Standmiete ist der Ertrag oft eher kläglich. Eine weitere Möglichkeit wären Online-Portale wie Shpock oder Ebay. Oder man setzt auf Kleidertauschbörsen. Die Idee dahinter: Man schickt seine eigenen Klamotten, die man nicht mehr mag, zur Kleiderbörse. Für Pulli, Hose, Rock und Co. erhält man Punkte, die man wiederum eintauschen kann für Klamotten, die andere nicht mehr haben wollten. Bezahlt wird mit Punkten nicht mit Euros. Das klingt zunächst praktisch. Doch nun warnt die Stiftung Warentest. Das System scheint nicht so tadellos wie gedacht.

Zamaro: Undurchsichtiges Geschäft und hohe Kosten

Konkret geht es um die Plattform Zamaro. "Deutschlands No. 1 Fashion Swap Shop", wie die Kleiderbörse sich selbst anpreist. Über 300.000 Artikel habe die Börse im Angebot, so Zamaro. Das Prinzip: Zamaro akzeptiert nur Damenbekleidung "in eindeutig neuwertigem Zustand". Abgetragene Schuhe oder verblichene Kleider haben keine Chance auf der Plattform. 

Wie viele Punkte die Kleidung einbringt, entscheidet Zamaro subjektiv, die Nutzerinnen haben keinen Einfluss darauf. Das größere Problem: Genügen die Klamotten nicht den Standards, gehen auf dem Transportweg verloren oder werden von Zamaro nicht angenommen, ist die Einsenderin die Sachen los. "Artikel können nicht retourniert werden", heißt es bei Zamaro laut "Stiftung Warentest". Darüber beschwerte sich eine Frau bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, die ihre "sehr teuren Pumps" eingeschickt hatte. Sie frage bei Zamaro nach dem Verbleib ihrer Schuhe und erhielt die flapsige Antwort: "Weg ist weg - keine Diskussion." Besonders ärgerlich: Erst ab zehn Kleidungsstücken ist der Versand kostenlos, ansonsten zahlen Kundinnen 5,90 Euro Versandkosten und zusätzlich eine "Packgebühr, die sich zwischen 1,90 Euro und 5,90 Euro beläuft. Wer also nicht gleich zehn oder mehr Kleidungsstücke haben will, blättert schnell knapp 12 Euro hin.

Was Stiftung Warentest Kundinnen rät

Richtig mies wird es aber mit der Abofalle, warnt die Stiftung Warentest. Denn die versteckt sich hinter dem "Kostenlos anmelden". Leicht kann man im Kleingedruckten übersehen, dass es sich um ein kostenpflichtiges Abomodell handelt. Satte 16 Euro pro Woche müssen Kundinnen dafür zahlen, also 384 Euro für das 24-wöchige Abo. Stiftung Warentest empfiehlt: "Wer hereingelegt wurde, sollte widersprechen und Abbuchungen bei seiner Bank zurückholen." 

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat die Geschäftspraktiken von Zamaro abgemahnt. Wer innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Widerrufsfrist von 14 Tagen widerruft hat, kann sich sein Geld zurückholen, so die VZ Hamburg