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Zu hohe Kosten: Quelle stellt den Internet-Ausverkauf ein

Der Internet-Ausverkauf des insolventen Versandhändlers Quelle wurde als größter aller Zeiten beworben. Doch schon nach einem Monat soll alles vorbei sein. 1300 Mitarbeiter verlieren deshalb ihren Job. Leergefegte Warenlager sind dafür aber nicht der Grund.

Wegen hoher Kosten will das insolvente Versandhaus Quelle seinen Ausverkauf von 18 Millionen Artikeln im Internet nach nur einem Monat einstellen. Bereits am 30. November werde der Verkauf auf der Plattform www.quelle.de eingestellt, teilte der Insolvenzverwalter am Donnerstag mit. Damit verlieren weitere 1300 Mitarbeiter in den kommenden Tagen ihre Jobs. "Die Fixkosten für die Infrastruktur sind so hoch, dass wir uns entschlossen haben, quelle.de einzustellen", sagte Thomas Schulz, der Sprecher des Insolvenzverwalters.

Für die weitere Abwicklung des Unternehmens benötigt die Insolvenzverwaltung statt bislang 4300 nur noch rund 3000 Mitarbeiter. In den kommenden Tagen würden deshalb bundesweit 1300 Freistellungen und mehrere hundert Kündigungen ausgesprochen, sagte Schulz. Unter den Betroffenen seien viele Beschäftigte der Sparten Vertrieb und Marketing, aber auch der Call-Center.

"Privileg" wieder im Angebot

In den 63 Quelle-Technik-Centern soll der Ausverkauf noch bis Mitte Dezember weitergehen - denn längst haben noch nicht alle Artikel den Besitzer gewechselt. So stehen ab sofort auch wieder Spül- und Waschmaschinen der Marke "Privileg" im Angebot. Nachdem die Hersteller der Quelle-Marke wegen Eigentumsvorbehalt zu Beginn des Ausverkaufs ihre Lieferungen vorübergehend eingestellt hatten, sei inzwischen eine Einigung mit ihnen erzielt worden, hieß es. Bis Mitte Dezember sollen demnach mehrere Zehntausend Geräte angeboten werden. Die Garantie dafür sei gesichert, erklärte die Insolvenzverwaltung.

Der Ausverkauf des insolventen Traditionshauses hatte am 1. November im Internet begonnen. Insgesamt hätten seitdem mehr als eine Million Kunden Waren bestellt. Hunderttausende Schnäppchenjäger hatten in den ersten Tagen die Homepage des Versandhändlers gestürmt und sie damit immer wieder zum Absturz gebracht.

DPA/AP / AP / DPA
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