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Altersvorsorge: Kritik an Besteuerung von Lebensversicherungen

Versicherer halten den Kompromiss des Vermittlungsausschuss, Erträge aus Lebensversicherungen künftig zu besteuern, für falsch. Aber immerhin seien sie besser als die bisherige Pläne.

Mit Kritik haben Versicherer auf die Einigung im Vermittlungsausschuss reagiert, die Erträge aus Lebensversicherungen künftig teilweise zu besteuern. Damit würden die Rahmenbedingungen für diese Form der Altersvorsorge verschlechtert, erklärte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaf. Allerdings sei der Beschluss eine deutliche Verbesserung gegenüber den bisherigen Plänen.

Kompromiss

Nach dem Kompromiss im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat bleiben die Steuervorteile für Lebensversicherungen nur zum Teil erhalten. Die Erträge von künftig abgeschlossenen Kapitallebensversicherungen werden nur zur Hälfte besteuert, vorausgesetzt, sie sind mindestens zwölf Jahre gelaufen und werden nach dem 60. Lebensjahr ausgezahlt.

Die rot-grüne Koalition hatte die Steuerprivilegien ursprünglich ganz kippen wollen. Doch machte Finanzminister Hans Eichel im Vermittlungsverfahren ein neues Angebot, das die Mehrheit der Länder annahm.

Börse

Die Börse reagierte gelassen. Bei einem freundlichen Markt gab es keine größeren Kursabschläge bei Aktien der Branche, Allianz legten sogar zu. Eine Sprecherin des größten deutschen Lebensversicherers, Allianz Leben, sagte, jetzt gebe es Klarheit für die Kunden und die Branche. Zugleich betonte sie, das Unternehmen werde die Vertriebsaktivitäten verstärken, um die alte Regelung noch ausnutzen zu können. "Wir werden den Kunden, die in absehbarer Zeit etwas zur Altersvorsorge machen wollen, empfehlen, das bis zum Jahresende zu tun."

Johannes Lörper, Vorstandsmitglied der Hamburg-Mannheimer begrüßte, dass im Vermittlungsausschuss relativ schnell eine Einigung erzielt worden sei. "Ich sehe nicht, dass unser Geschäft wegbricht", zeigte er sich optimistisch. Er kritisierte allerdings, "dass riskante Investmentfonds steuerlich besser dastehen."

AP / AP