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Auslandsreise-Krankenversicherung: Gut geschützt auf Reisen

Ein "Finanztest"-Vergleich zeigt: Guter Krankenschutz im Ausland muss nicht teuer sein. Doch wer auch im Urlaub rund um versichert sein will, sollte das Kleingedruckte lesen.

Von Peter Neitzsch

Ein Unfall im Urlaub kann die Ferien schnell vermiesen - und teuer werden, wenn kein ausreichender Krankenschutz besteht

Ein Unfall im Urlaub kann die Ferien schnell vermiesen - und teuer werden, wenn kein ausreichender Krankenschutz besteht

Ärzte und Krankenhäuser gehören zu den Orten, die Urlauber tunlichst meiden. Wenn es aber nicht mehr anders geht, kann es besonders im Ausland schnell teuer werden: Denn die Behandlung ist in vielen Ländern eine Frage des Geldes - und des Versicherungsschutzes. Für alle, die den Urlaub in der Ferne verbringen, kann ein zusätzlicher Schutz im Krankheitsfall zum beruhigten Reisen beitragen. Die Stiftung Warentest hat für die Zeitschrift "Finanztest" Auslandsreise-Krankenversicherungen unter die Lupe genommen.

Das Ergebnis: Sechs von 47 getesteten Tarifen bieten den Kunden einen "sehr guten" Schutz. Immerhin elf weitere wurden als "gut" befunden. Und das, obwohl "Finanztest" im aktuellen Test strenger bewertet als im Vorjahr. Auch deswegen schnitten viele Tarife deutlich schlechter ab. Testsieger wurde die "Würzburger" mit der Topnote 0,9. Der Auslandskrankenschutz kostet bei dem Versicherer für eine Einzelperson neun Euro im Jahr. Allerdings müssen Versicherte über 65 bzw. 75 Jahre deutliche Aufschläge in Kauf nehmen. Senioren kommen bei anderen Anbietern mitunter günstiger weg.

Der "Finanztest"-Vergleich macht auch deutlich: Guter Reiseschutz muss nicht notwendigerweise teuer sein. Die günstigste Police, die mit "sehr gut" bewertet wurde, wird von der "Inter" angeboten. Einzelreisende können sich hier bereits für 7,50 Euro im Jahr versichern. Eine Familie zahlt mit 17,80 Euro im Jahr für einen "sehr guten" Tarif am wenigsten bei "Ergo direkt" und bei "Neckermann".

Genau auf Ausschlusskriterien achten

Durchgefallen ist dagegen der Tarif "universa". Das Angebot, das zwar günstig ist, aber die Leistungen durch zahlreiche Klauseln einschränkt, bekam von den Testern nur die Note "Mangelhaft". Die Verbraucherexperten raten Urlaubern daher, genau auf die Bedingungen einer Auslandsversicherung achten, etwa auf "Ausschlüsse Gesundheit" - darunter sind Vorerkrankungen zu verstehen, oder auf ein eventuelles Höchstalter, bis zu dem der günstige Versicherungsschutz gilt.

Wichtig ist auch, im Vorfeld weitere Fragen zu klären: Verzichtet der Versicherer etwa auf einen verpflichtenden Selbstbehalt? Bietet der Tarif auch eine Notfallbetreuung von Kindern, wenn die Eltern im Urlaub erkranken? Große Unterschiede gibt es bei den Familienpaketen auch bei der Altersgrenze für mitversicherte Kinder: Einige Versicherer bieten nur einen Schutz bis zum 17. Lebensjahr, andere bis zum Alter von 25 Jahren.

Die "Finanztest"-Tabelle lässt sich gegen eine Gebühr auch online einsehen. Die Ergebnisse können dabei nach individuellen Kriterien ausgewählt und sortiert werden. Beispielsweise danach, ob der Versicherer bei einer Erkrankung des Kindes auch die Kosten für den Aufenthalt der Eltern übernimmt oder ob provisorischer Zahnersatz in dem Versicherungspaket enthalten ist oder nicht.

Der Rücktransport wird nicht immer übernommen

Gesetzlich Krankenversicherte sollten für Fernreisen immer eine private Reisekrankenversicherung abschließen. Denn der normale Auslandskrankenschutz der gesetzlichen Kassen gilt nur für EU-Länder und Staaten, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht. Aber auch dort kann es vorkommen, dass für medizinische Behandlungen zusätzliche Kosten entstehen. So werden Krankenrücktransporte von den Kassen in keinem Fall übernommen - wohl aber von der privaten Zusatzpolice.

Die Rücktransportbedingungen sind laut "Finanztest" auch bei privatem Auslandskrankenschutz der Knackpunkt. Denn ein Ernstfall kann teuer werden: Aus Asien oder Südamerika kostet ein Rücktransport schon mal um die 70.000 Euro. So einen Ambulanzflug übernehmen manche Versicherer nur, wenn er medizinisch notwendig ist, andere, wenn er medizinisch sinnvoll ist. Lediglich sechs Anbieter übernehmen den Rücktransport ohne Vorbedingungen. Es lohnt sich also, das Kleingedruckte gründlich zu studieren.

Freiwilliger Auslandsschutz ab 2013 abgeschafft

Einige gesetzliche Kassen hatten bislang, als freiwillige Zusatzleistung, auch eine kostenlose Auslandsreise-Krankenversicherung mit weltweiter Geltung im Angebot. Etwa zwei Millionen gesetzlich Versicherte waren durch eine solche Extra-Police abgesichert. Doch damit ist ab 2013 Schluss: Laut Gesundheitsministerium dürfen die Kassen einen erweiterten Auslands-Krankenschutz künftig nicht mehr als eigene Leistung anbieten. Lediglich die Vermittlung privater Zusatzversicherungen ist den Kassen dann noch erlaubt.

Eine zusätzliche Krankenversicherung für Auslandsreisen kann sich aber auch für privat Krankenversicherte ratsam sein, denn für sie machen es hohe Eigenleistungen (Selbstbehalt) und die Aussicht auf Beitragsrückgewährungen im Krankentarif finanziell meist unattraktiv, Leistungen im Ausland mit einschließen zu lassen.

>>> Alle Testergebnisse bekommen Sie gegen eine Gebühr auch online

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