Berufsunfähigkeit So finden Sie den optimalen Schutz


Sie ist eines der größten sozialen Risiken, aber nur wenige sind gegen Berufsunfähigkeit ausreichend versichert. Dabei ist der richtige Schutz gar nicht kompliziert: Wir sagen, auf welche Merkmale es bei der Suche nach dem optimalen Schutz ankommt.

Noch immer unterschätzen viele Arbeitnehmer das Risiko Berufsunfähigkeit. Dabei ist die Berufsunfähigkeit eine existenzielle Gefahr - vor allem für Familien mit einem Hauptverdiener. Aber auch sonst ist der Wegfall eines Einkommens oft nicht wirklich zu verkraften. Deshalb gehört die Berufsunfähigkeit gezielt abgesichert. Ob und zu welchen Konditionen man den gewünschten Schutz bekommt, hängt von verschiedenen Faktoren und Merkmalen ab, die im Versicherungsantrag abgefragt werden. Dazu gehören das Alter, der Beruf und Gesundheitszustand sowie die eigenen Hobbys. Das Alter ist der entscheidende Faktor bei der Prämienhöhe der Berufsunfähigkeitsversicherung. Je jünger man ist, wenn ein Vertrag abgeschlossen wird, umso günstiger wird die Versicherung auf die gesamte Laufzeit gesehen. Denn mit dem fünften Lebensjahrzehnt steigt das Risiko der Invalidität erheblich - und damit auch die Prämien für die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit. Mittlerweile können sich auch Auszubildende und Studenten gegen Berufsunfähigkeit absichern. Viele Versicherer bieten sogar an, eine Berufsunfähigkeitsversicherung für den angestrebten Beruf abzuschließen.

Nachversicherungsgarantie in jungen Jahren wichtig

Bleibt dann die Karriere aus gesundheitlichen Gründen auf der Strecke und kann der angestrebte Wunschberuf nicht ausgeübt werden, zahlt der Versicherer Rente. Wer bereits in jungen Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, sollte darauf achten, dass sein Vertrag eine Nachversicherungsgarantie enthält. Damit hat man die Möglichkeit, die Versicherungssumme bei bestimmten Anlässen, beispielsweise einer Heirat oder der Geburt eines Kindes, nach oben anzupassen.

Die Höhe der Prämie und die Versicherbarkeit insgesamt hängt maßgeblich vom Beruf ab, den man ausübt. Stressige und gefährliche Berufe sind bei Berufsunfähigkeitsversicherern nicht gerne gesehen, denn mit dem Stress und der Gefahr steigt auch das Risiko der Invalidität. Auch wenn in der Regel gilt, dass Kopfarbeiter eher versichert werden und keine Aufschläge zahlen müssen als körperlich Tätige, so ist die Liste der Berufe lang und überraschend, die keinen oder nur sehr teuren Berufsunfähigkeitsschutz erhalten. Dazu zählen zum Beispiel Bodyguards, Musiker, Fahrradkuriere oder Testfahrer.

Vier Risikokategorien

Nach wie vor teilen die Versicherungen die potenziellen Kunden entsprechend ihrer Jobs in vier Risikokategorien. Als geringes Risiko werden dabei vor allem Hochqualifizierte und Akademiker eingestuft, am Ende der Liste stehen neben Angestellten und Selbstständigen mit hoher körperlicher Belastung auch viele andere Handwerker, bei denen körperliche Arbeit an der Tagesordnung ist.

Noch mehr als der Beruf, das Geschlecht und das Alter entscheidet der Gesundheitszustand darüber, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden kann. Risikopatienten sind grundsätzlich unerwünscht und so bekommen Antragsteller mit Alzheimer, Diabetis, Herzinsuffizienz, HIV-Infektion, Krebs, Multipler Sklerose, Parkinson, Rheuma und Schizophrenie in aller Regel gar keinen Vertrag - auch nicht mit Aufschlag.

Bei bestimmten Krankheiten kaum Chancen

Bei einem Tinnitus, Asthma, einem Bandscheibenvorfall, einem grünen Star oder chronischen Rückenschmerzen in der Krankenakte ist allenfalls eingeschränkter Schutz zu bekommen. Der jeweilige Problembereich ist dann nicht mitversichert, was sich in der Praxis als sehr starke Einschränkung der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit herausstellen kann. Bei vielen anderen Malaisen wie Bluthochdruck, Bronchitis, Nierensteinen, leichten Asthma oder Krampfadern ist dagegen die Absicherung möglich, es wird jedoch ein Risikozuschlag verlangt. Auch Hobbys können zur unbekannten Größe in der Berufsunfähigkeitsversicherung werden. Bei gefährlichen Hobbys sind oft Zuschläge erforderlich. Als gefährlich stufen die Berufsunfähigkeitsversicherungen dabei auch schon Radrennen, Wellenreiten und Eishockey ein und verlangen 50 Prozent mehr Prämie. Skispringer und Boxer zahlen sogar 100 Prozent mehr. Motocross-Fahrer sind wie auch Rennrodler nicht versicherbar.

spi/DDP DDP

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