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Gesundheitsreform: Das ändert sich jetzt für Patienten

Die Gesundheitsreform soll die Lohnnebenkosten und Beiträge zu den gesetzlichen Krankenkassen senken. Wir zeigen die wichtigsten Änderungen auf einen Blick.

Die Gesundheitsreform soll die Lohnnebenkosten und Beiträge zu den gesetzlichen Krankenkassen senken sowie den Wettbewerb und die Wirtschaftlichkeit der Anbieter verstärken. Die wichtigsten Eckpunkte sind:

ZUZAHLUNGEN

Grundsätzlich müssen bei allen Leistungen zehn Prozent - mindestens fünf und höchstens zehn Euro - zugezahlt werden. Die Zuzahlung bei Arzt und Zahnarzt beträgt jeweils zehn Euro je Quartal und Behandlungsfall. Bei Behandlung auf Überweisung entfällt die Gebühr. 10 Euro soll auch die tägliche Zuzahlung im Krankenhaus betragen - höchstens 28 Tage im Jahr. Für alle Zuzahlungen gilt weiterhin die gesetzliche Höchstgrenze von zwei Prozent des Bruttoeinkommens, bei chronisch Kranken ein Prozent. Kinderfreibeträge können noch abgezogen werden.

ZAHNERSATZ

Wird ab 2005 nicht mehr automatisch von den gesetzlichen Kassen bezahlt. Die Bürger müssen eine Zusatzversicherung abschließen und können dabei zwischen gesetzlichen und privaten Kassen wählen.

KRANKENGELD

Sollen die Bürger erst ab 2007 allein und ohne Arbeitgeberzuschuss versichern und dazu einen Pauschalsatz von 0,5 Prozent zahlen.

STREICHUNG

Nicht mehr bezahlt werden die meisten Taxifahrten zur ambulanten Behandlung. Gestrichen werden auch Sterbegeld, Sterilisation aus nicht-medizinischen Gründen und Entbindungsgeld. Sehhilfen erstattet die Kasse nur noch für Jugendliche bis 18 und schwer Sehbehinderte. Künstliche Befruchtung wird nur noch eingeschränkt bezahlt. Eine Reihe von rezeptfreien Medikamenten wird nicht mehr bezahlt.

BEITRÄGE

Der durchschnittliche Beitragssatz soll 2004 zunächst nur um 0,8 Prozentpunkte auf 13,6 Prozent sinken. Ab 2007 soll er 13 Prozent betragen. Die Arbeitnehmer müssen 6,93 Punkte tragen, die Arbeitgeber 6,08. Rentner mit zusätzlichen Einkünften müssen höhere Beiträge zu gesetzlichen Krankenkassen zahlen. Auf Versorgungsbezüge (Betriebsrenten) und Alterseinkünfte aus selbstständiger Tätigkeit gilt der volle Beitragssatz.

ÄRZTE

Müssen Fortbildungsnachweise erbringen, sonst kann es Nachteile bei der Vergütung geben. Die ärztlichen Honorare insgesamt werden auf feste Preise umgestellt. Die Kassenärztlichen Vereinigungen sollen professionalisiert werden. Steigende Ärztezahlen sollen ab 2007 nicht mehr automatisch zu höheren Kassenausgaben führen, wenn dies nicht durch vermehrte Krankheitsfälle gerechtfertigt ist. Die Kassen müssen Hausarztmodelle anbieten, für Versicherte ist die Teilnahme freiwillig. Krankenhäuser können sich teilweise an ambulanter Behandlung beteiligen. Zu lange Arbeitszeiten in den Kliniken sollen reduziert werden.

PHARMABRANCHE

Auch für neue Medikamente ohne erkennbaren Zusatznutzen soll es die günstigeren Festbeträge geben. Versandapotheken werden zugelassen. Apotheker dürfen bis zu drei Filialen haben. Die Preisbindung für rezeptfreie Mittel fällt, Reimporte müssen günstiger abgegeben werden.

PATIENTEN

Sie sollen durch einen Patientenbeauftragten besser vertreten werden und beim Arzt auf Wunsch eine Quittung bekommen. Eine fälscherungssichere Patientenkarte soll 2006 eingeführt werden. Bei nachgewiesener Vorsorge sollen die Krankenkassen einen finanziellen Bonus einräumen dürfen. Auch Tarife mit Beitragsrückerstattung oder Selbstbehalt bei niedrigerer Prämie sollen für freiwillig Versicherte möglich sein. Ambulante Behandlungen im EU-Ausland werden bezahlt. Nur für Klinikaufenthalte ist Genehmigung der Kasse nötig.