Medikamenten-Zuzahlung Balsam für die Krankenversicherten


AVWG sollte heißen: Achtung! Vieles wird günstiger. Hinter dem unsexy Kürzel verbirgt sich eine der angenehmen Seiten der ungeliebten Gesundheitsreform - mit der Folge, dass für viele Medikamente die Zuzahlung in der Apotheke entfällt.

Für verschreibungspflichtige Medikamente müssen Patienten in der Apotheke in der Regel zwischen fünf und zehn Euro zuzahlen. Im Zuge des Arzneimittel-Verordnungs-Wirtschaftlichkeitsgesetzes (AVWG) wurden viele Präparate von dieser Zuzahlung befreit - und es werden stetig mehr.

Auf der Homepage des BKK Bundesverbandes gibt es eine komfortable Suche, mit der gesetzlich Krankenversicherte schnell erfahren können, ob sie für ein Arzneimittel keine Zuzahlung mehr leisten müssen.

Einfach in die Suchmaske eingegeben, spuckt die Datenbank aus, ob für das gesuchte Präparat eine Zuzahlung geleistet werden muss oder nicht. Dabei hilft ein Ampelsystem: grün steht für zuzahlungsfrei, rot für befreit.

Wechsel zu einem anderen Präparat vorher mit dem Arzt besprechen

Sehr hilfreich ist, dass die Datenbank auch Alternativen vorschlägt. Erscheint ein gelber Punkt, ist zwar das gesuchte Medikament nicht von der Zuzahlung befreit, es gibt aber zuzahlungsfreie Medikamente mit identischer Wirkstoffzusammensetzung. Diese wirkstoffidentischen Arzneimittel werden aufgelistet und können ausgedruckt werden. Der Patient kann dann mit seinem Arzt klären, ob eine Umstellung auf eine der zuzahlungsfreien Alternativen medizinisch vertretbar ist.

Auf eigene Faust sollte man allerdings nicht einfach zu einem anderen Präparat wechseln: Der BKK Bundesverband weist darauf hin, dass die Suchfunktion keinesfalls die ärztliche Beratung ersetzt.

Auf Basis der Preismeldungen der pharmazeutischen Hersteller zum 1. und 15. eines Monats wird die Internet-Suchfunktion alle zwei Wochen aktualisiert. Die Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel ist somit ein flexibles Verzeichnis: Senkt ein Hersteller den Preis, können Arzneimittel, für die zugezahlt werden musste, wieder zuzahlungsfrei werden. Umgekehrt können aber Preiserhöhungen auch dazu führen, dass für Arzneimittel, die es bereits ohne Zuzahlung gab, wieder die gesetzliche Zuzahlung geleistet werden muss.

Jens Lubbadeh

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