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New-York-Marathon: Balsam für die Wunden

Große Genugtuung für Paula Radcliffe: Nach ihrem Ausscheiden bei den Olympischen Spielen siegte die Britin beim New-York-Marathon, allerdings nur mit hauchdünnem Vorsprung.

Der New-York-Marathon bleibt das Maß aller Dinge - und Siegerin Paula Radcliffe im Rennen. Mit 37.257 Startern erlebte der "Big Apple" am Sonntag das mit Abstand größte Marathonspektakel des Jahres. Chicago und London folgen mit rund 33.000 Athleten, an vierter Stelle liegt der Berlin-Marathon mit 28.681 Läufern. Diese Zahlen beweisen, dass der Zulauf bei den großen Marathonrennen ungebrochen ist. Für den London-Marathon im April 2005 haben sogar schon über 100.000 Läufer gemeldet, die Startnummern müssen deshalb verlost werden.

Paula Radcliffe hat den Klassiker über 42,195 Kilometer zu einem großartigen Comeback genutzt: Die 30 Jahre alte Britin siegte in 2:23:10 Stunden. Vor gut zehn Wochen erlebte sie die schlimmsten Tage ihrer Karriere: Als Marathon-Weltrekordlerin (2:15:25) angetreten, kam sie in Athen gleich zwei Mal nicht ins Ziel. Zunächst scheiterte sie über die klassische Distanz, fünf Tage später auch über 10.000 m.

"Ich bin hier nicht gelaufen, um irgend jemandem etwas zu beweisen. Es ging mehr um mich selbst. Athen war die größte Enttäuschung meiner Karriere, deswegen war es wichtig zurückzukommen und ein gutes Rennen zu zeigen", sagte die Siegerin überglücklich. Einige britische Medien hatten sie bereits abgeschrieben, doch Radcliffe hat alle Tiefschläge verdaut und meldete sich zurück. Mit Hendrik Ramaala (Südafrika/2:09:28 Stunden) gewann in New York auch bei den Männern ein Läufer, der wie Radcliffe beim olympischen Marathon aufgegeben hatte.

Zum Saisonabschluss legte Radcliffe die drittschnellste Zeit des Jahres hin, bleib aber rund acht Minuten über ihrem Weltrekord. "Die Zeit spielte heute für mich keine Rolle, es ging nur um den Sieg", versicherte die Engländerin, die lediglich vier Sekunden Vorsprung auf die Kenianerin Susan Chepkemei hatte. Das war das knappste Finish der Frauen in der 35-jährigen Geschichte des New-York-Marathons. Von ihren fünf Marathonläufen hat Radcliffe nun bereits vier Rennen gewonnen: zwei Mal London und je ein Mal in Chicago und New York.

Thomas York/DPA / DPA
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