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Kassen: Barmer plant Einführung von Beitragsrabatten

Die Barmer Ersatzkasse will mit Beitragsrabatten gesundheitsbewusstes Verhalten, wie aufhören zu rauchen oder Gewichtsabnahme, ihrer Mitglieder fördern.

Mit Rabatten könnten beispielsweise Menschen belohnt werden, die das Rauchen aufgäben, sich viel bewegten oder ihr Gewicht reduzierten, sagte Barmer-Vorstandschef Eckart Fiedler. Die Barmer will das Modell im Frühjahr vorstellen. Voraussetzung dafür, dass ein Mitglied in den Genuss reduzierter Beiträge kommt, ist eine entsprechende Kontrolle durch den Hausarzt, sagte Fiedler. Dieser muss bescheinigen, dass der Betreffende tatsächlich nicht mehr raucht oder dass er beispielsweise an Fitnesskursen teilnimmt.

Bewusst anderer Weg als TK

Damit geht die Barmer bewusst einen anderen Weg als die Techniker Krankenkasse (TK), die mit ihren angekündigten Beitragsrabatten Mitglieder belohnt, die nicht zum Arzt gehen. Das sei die passive Seite, sagte Fiedler. "Wir setzen dagegen auf die aktive Vorbeugung". Das Vorhaben wird derzeit auf seine Machbarkeit hin überprüft, denn das geltende Recht bietet im Grunde genommen noch keine Grundlage für Rabatte zur Förderung vorbeugenden Verhaltens. Bisher ist eine finanzielle Vergünstigung nur dann vorgesehen, wenn der Versicherte regelmäßig zum Hausarzt geht. Dabei geht es um eine Belohnung für Patienten, die zuerst zum Hausarzt gehen und nicht sofort den entsprechenden Facharzt aufsuchen.

Widerstand wird erwartet

Fiedler sagte: "Das soll helfen, Kosten einzusparen, ruft aber mit Sicherheit den Widerstand der Kassenärztlichen Vereinigung, in der sowohl Haus- als auch Fachärzte zusammengeschlossen sind, hervor." Außerdem wird dadurch die freie Arztwahl des Patienten eingeschränkt. Trotz allem sei es richtig, mit einem solchen Hausarzt-Modell einmal Erfahrungen zu sammeln.

Hausarzt wird immer wichtiger

Dem Hausarzt kommt auch eine Schlüsselrolle bei der Durchführung der "Desease-Management-Programme" (DMP) zu. Dabei geht es darum, chronisch Kranken, etwa Krebs- oder Diabetespatienten, eine vernetzte Versorgung anzubieten. Dazu müssen noch entsprechende Leitlinien entwickelt werden. Der Hausarzt hätte die Aufgabe, die Behandlung zu koordinieren. So lässt sich der Behandlungsablauf besser koordinieren; dem Patienten bleiben unnötige und vielleicht belastende Doppeluntersuchungen erspart, sagte Fiedler.

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