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Lebensversicherung: Das Optimum herausholen

Wer seine Lebensversicherung mit unnötigen Extras ausstattet, schmälert seine Rendite. Mit einigen Tricks lässt sich mehr aus der Altersvorsorge herausholen.

Lebensversicherungen waren zumindest bis Ende letzten Jahres immer noch erste Wahl, wenn es um die Altersvorsorge ging. Doch am Ende der Vertragslaufzeit sind viele Versicherte sauer und enttäuscht: Denn statt der vollmundig versprochenen Renditen kassieren sie nur magere vier bis fünf Prozent. Und noch schlimmer wird es, wenn der Vertrag vorzeitig gekündigt wird. Dann bekommt der Kunde oft nicht einmal die eingezahlten Beiträge zurück. Deshalb gilt die Devise: Mit einem optimierten Vertrag gibt es mehr Geld. Mit einigen Tricks lässt sich aus einer Lebensversicherung mehr herausholen.

Da nur der Sparanteil am Versicherungsbeitrag verzinst wird, muss der Kunde die Kosten so gering wie möglich halten. Und das kann er, indem er den Beitrag jährlich zahlt. Denn wer seine Beiträge für die Kapitallebensversicherung Monat für Monat überweist, muss dafür zusätzliche Kosten von meist fünf Prozent des Jahresbeitrags in Kauf nehmen. Bei vierteljährlicher Beitragsüberweisung sind es häufig noch drei, bei halbjährlicher Zahlung zwei Prozent. Bei der jährlichen Zahlung entstehen diese Kosten nicht und der Versicherte spart Geld.

Die Dynamik in der Kapitallebensversicherung kann zum Bumerang werden

Auch wer seinen Vertrag mit unnötigen Extras ausstattet, schmälert seine Rendite. So wurden immer wieder Kapitallebensversicherungen mit einer Unfall-Police zusammen verkauft. Das Problem: Der Unfallschutz kostet zusätzlich Geld - und das wird vom Sparbeitrag abgezwackt. Damit bekommt der Sparer am Ende weniger Geld ausgezahlt. Daneben ist der Schutz meist überflüssig, denn die Familie oder der Partner kann mit einer solchen Police kaum sinnvoll abgesichert sein. Für einen effektiven Schutz gibt es die wesentlich günstigere Risikolebensversicherung.

Auch die oft vereinbarte Dynamik in der Kapitallebensversicherung kann zum Bumerang werden. Bei einer Dynamisierung steigt der Beitrag regelmäßig in vorher vereinbarten Intervallen - oft jährlich. Entsprechend erhöht sich die Versicherungsleistung bis zum Ende der Laufzeit. Allerdings ist es bei der Dynamisierung kaum noch nachzuvollziehen, wie sich der Vertrag genau entwickeln wird. Deshalb raten Experten auch davon ab, den Vertrag dynamisch zu gestalten.

Eine genaue Vertragsprüfung

So hat die Stiftung Warentest beispielsweise berechnet, dass es um einiges lukrativer ist, die jährliche Erhöhung einfach in eine andere Geldanlage zu stecken, denn ein Teil der regelmäßig steigenden Beiträge geht ohnehin für Verwaltungskosten drauf. Allerdings weist die Stiftung auch darauf hin, dass der dynamische Vertrag einen wichtigen Vorteil haben kann. Der Versicherungsschutz wird nämlich ohne erneute Gesundheitsprüfung stetig erhöht, und davon profitieren Versicherte, die nach Abschluss des Vertrags erkranken.

Wer jetzt bereits einen Vertrag abgeschlossen hat, sollte sich seine Unterlagen noch einmal genau anschauen und den Vertrag prüfen. Lässt sich einer oder mehrere der genannten Tipps umsetzen, sollte sofort der Versicherungsagent oder Makler angesprochen werden, damit der Vertrag entsprechend geändert werden kann. Denn nur dann wird die Lebensversicherung wirklich noch eine einigermaßen rentable Altersvorsorge.

Oliver Mest/DDP