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SICHERHEIT: Risiko-Lebensversicherung schützt die Familie

Alleinverdiener sollten Kinder und Ehepartner absichern. So werden wenigstens die finanziellen Folgen eines Todesfalls für die Hinterblieben gemildert.

Ein wenig irritierend ist der Name »Lebensversicherung« schon - schließlich kann sie nicht Leben ersetzen wie eine Hausratversicherung kaputte Möbel. Aber sie kann die Folgen des Todesfalls für die Hinterbliebenen mildern: Wer als einziger Verdiener für eine ganze Familie sorgt, sollte Kinder und Ehepartner absichern, raten Experten.

Verschiedene Arten der LebensversicherungKapital-LebensversicherungenRisiko-Lebensversicherungen

unterschieden werden, so Andreas Gernt von der Verbraucherzentrale Niedersachsen in Hannover. Die Kapital-Lebensversicherung ist vor allem eine Geldanlage: Ihre Beiträge liegen wesentlich höher als die einer Risiko-Lebensversicherung, denn es wird zusätzlich zur Todesfallversicherung ein Sparvertrag angeschlossen. »Für junge Familien etwa bietet sich daher eher eine Risiko-Lebensversicherung an«, rät Gernt.

Bedarfsorientiert abschließen

Vor dem Abschluss sollte genau überlegt werden, welcher finanzielle Bedarf im Todesfall des Versicherten entsteht. Wer etwa neben Witwen- oder Waisenrente noch 1.000 Mark im Monat benötigt, sollte den Betrag mit dem Faktor 200 multiplizieren, empfehlen Verbraucherschützer. Die Versicherungssumme von 200.000 Mark, angelegt zu einem Zinssatz von sechs Prozent, ergibt einen monatlichen Überschuss von 1.000 Mark.

Erschwingliche Beiträge

Die Beiträge sind nach Angaben der Stiftung Warentest erschwinglich: Für das günstigste Angebot zahlt ein 30-jähriger Mann bei einer Versicherungssumme von 200.000 Mark genau 224 Mark im Jahr, eine gleichaltrige Frau 153 Mark, wie aus einem Vergleich der Zeitschrift »Finanztest« (Ausgabe 3/2001) unter 65 Versicherern hervorgeht. Nichtrauchertarife beginnen sogar schon bei rund 30 bis 50 Mark weniger.

»Es können sich auch Mann und Frau gemeinsam versichern«, so Gernt. Eine solche Versicherung kostet im Durchschnitt rund drei Viertel dessen, was beide einzeln zahlen müssten. Allerdings erlischt beim Tod eines Partners automatisch der Versicherungsschutz des Überlebenden.

Gezahlt wird nur im Todesfall

Ist die Vertragslaufzeit zu Ende, wird im so genannten Erlebensfall - anders als bei der Kapital-Lebensversicherung - nicht die Versicherungssumme ausgezahlt. »Allenfalls gibt es ein paar tausend Mark Beiträge zurück - oder es wird gleich zu Beginn der Laufzeit eine Überschussverrechnung vereinbart«, sagt Stephan Gelhausen vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Dabei fließen Überschüsse, die ein Versicherungsunternehmen mit den Beiträgen erwirtschaftet, von Anfang an in die Jahresprämie mit ein - der Versicherte zahlt also weniger. »Leichte Abweichungen aufgrund von Zinsschwankungen sind aber immer möglich«, so Gelhausen.

Gesundheitsrisiken verteuern Beiträge

Doch vor dem Versicherungsvertrag stehen zunächst zahlreiche Fragen zu gesundheitlichen oder sportlichen Risikien. Neben dem Rauchen können auch starkes Übergewicht, Alkoholkonsum oder Vorerkrankungen für den Tarif eine Rolle spielen. »Die Gesundheitsfragen sollten immer wahrheitsgemäß und vollständig beantwortet werden«, rät Michael Wortberg von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz.

Fragen ehrlich beantworten

Falls ein Versicherter an einer verschwiegenen Vorerkrankung stirbt, kann die Versicherung vom Vertrag zurücktreten - die Angehörigen bekommen dann nur die eingezahlten Beiträge zurück. Ab 250.000 Mark Versicherungssumme verlangen manche Versicherungen bereits ein ärztliches Attest, so Gelhausen. Andere schicken die Versicherten erst ab 600.000 Mark zum Arzt.

Auch bestimmte Hobbys wie Freeclimbing oder Motorradfahren können Gründe für einen höheren Beitrag sein. Berufsgruppen wie Dachdecker oder Taucher müssen ebenfalls teurere Tarife zahlen - und andere werden generell abgelehnt: »Sie werden kaum eine Versicherung finden, die etwa Sprengmeister versichert«, so Gelhausen.

Koppelung mit Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer nicht nur für den Todesfall, sondern auch für eine Invalidität vorsorgen will, kann die Risiko-Lebensversicherung auch mit einer Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung kombinieren. »Diese Koppelung ist sehr empfehlenswert und preisgünstig2, rät Gelhausen. Oft koste sie nicht mehr als eine reine Berufsunfähigkeitsversicherung - und die ist für zahlreiche Bundesbürger ohnehin ratsam: Schließlich stehen für alle nach 1960 geborenen Arbeitnehmer nur noch relativ geringe staatliche Hilfen bereit, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten können.

Koppelung mit Restschuldversicherung

Darüber hinaus lassen sich mit einer Risiko-Lebensversicherung auch spezielle Risiken absichern wie etwa die Kreditabzahlung für ein Haus. Eine solche »Restschuldversicherung« wird häufig sogar von den Banken verlangt. Die Versicherungssumme, die so hoch ist wie die Kreditverpflichtung gegenüber den Geldinstituten, sinkt im Laufe der Jahre in dem Maße, wie auch die Restschuld abnimmt. Am besten, so die Zeitschrift »Finanztest«, sind hierbei »maßgeschneiderte Policen, die genau auf die individuelle Finanzierung abgestimmt sind«.

Informationen:»Finanztest«

mit der ausführlichen Untersuchung von 65 Risiko-Lebensversicherungen kann für sieben Mark unter der Telefonnummer 0180/500 24 67 (24 Pfennig pro Minute) bei der Stiftung Warentest angefordert werden.