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Urlaub: Reisezeit ist Versicherungszeit

Wer eine Reise tut, der kann viel erzählen. Wer eine Reise nur bucht auch - zum Beispiel über die vielen Versicherungen, die einem dabei angeboten werden. Einige Reisepolicen machen durchaus Sinn, viele kann man sich aber getrost sparen.

Fußball-Weltmeisterschaft hin oder her: Anfang Juni beginnt der Strom der weniger Fußball interessierten Urlauber anzuschwellen, die sich sonnenhungrig auf den Weg in den Süden machen oder sich auf gemütliche Tage in Skandinavien freuen. Zusammen mit der Reisebuchung können Urlauber auch Versicherungen abschließen - nur wenige sind aber wirklich sinnvoll.

Muss: Auslandskrankenversicherung

Ein Muss ist die private Auslandskrankenversicherung. Die gesetzlichen Krankenkassen mit ihrem Auslandskrankenschein decken kaum noch die anfallenden Kosten an, wenn der Urlauber in den schönsten Wochen des Jahres krank wird. Außerhalb der EU müssen gesetzlich Versicherte ohnehin fast immer alle Kosten selber zahlen. Dabei ist privater Schutz alles andere als teuer: Policen für einen zweiwöchigen Sommerurlaub gibt es schon ab rund acht Euro. Dafür übernehmen die privaten Kassen in den meisten Fällen alle Kosten für ambulante und stationäre Behandlung, zahlen Medikamente und sogar den Rücktransport, wenn er medizinisch notwendig ist.

Über eine Reiserücktrittskosten-Versicherung sollte man ebenfalls nachdenken, wenn der Urlaub gebucht wird. Vor allem bei teureren Reisen kann sich der Zusatzschutz lohnen. Die Versicherung kommt für alle Stornogebühren und sonstige anfallenden Kosten auf, wenn der Urlaub wegen Krankheit kurzfristig nicht angetreten werden kann. Allerdings reicht eine kleine Erkältung in der Regel nicht aus, um den Urlaub auf Kosten der Versicherer kurzerhand zu stornieren.

Immer gut: Ärztliches Attest

Normalerweise wollen die Gesellschaften schon ein ärztliches Attest vorgelegt bekommen, das die Reiseunfähigkeit bestätigt. Daneben werden aber auch mehrere persönliche Gründe anerkannt - so zum Beispiel der Tod naher Angehöriger, der plötzliche Verlust des Arbeitsplatzes, ein schwerer Brand oder Einbruch in der eigenen Wohnung oder im Haus. Ganz billig sind die Policen allerdings nicht. Bei eine Reisepreis von 3000 Euro sind in der Regel zwischen 50 und 80 Euro Prämie fällig.

Ebenfalls sinnvoll kann eine Reiseabbruch-Versicherung sein, denn mit einer Rücktrittsversicherung ist man nur geschützt, solange die Reise noch nicht begonnen hat. Passiert hingegen nach Urlaubsantritt (und hierzu zählt schon das Einchecken am Flughafen) etwas und der Urlaub muss abgebrochen werden, hilft nur noch eine Reiseabbruchversicherung, die für den schnellen Transport nach Hause sorgt.

Pakete sind wenig sinnvoll

Sinnvoll ist diese Versicherung übrigens auch in einem anderen Fall: Verletzt sich der Urlauber unter Palmen und muss länger am Urlaubsort bleiben, so muss der Versicherer ebenfalls zahlen, weil dieser Zwischenfall ein Reiseabbruch ist, wie zum Beispiel das Landgericht Köln (AZ: 24 O 46/03) feststellte.

Weniger sinnvoll sind dagegen Versicherungspakete. Vor allem im Paket werden Reiseabbruch, Krankheitskosten, Rücktritt, Notruf, Haftpflicht und Unfall versichert. Klingt praktisch, ist aber nach Meinung der Stiftung Warentest teuer und bringt im schlimmsten Fall fast nichts: So sind 20.000 Euro bei Vollinvalidität nach einem Unfall viel zu wenig. Da wären eher 500.000 Euro erforderlich, wenn der Kunde ein Leben lang nicht mehr arbeiten kann. Aber dafür muss er schon eine richtige Unfallversicherung abschließen.

Fraglich: Gepäckversicherung

Überflüssig ist zumeist auch die Urlaubshaftpflicht: Eine Privathaftpflichtpolice sollte ohnehin jeder haben, und die deckt Risiken im Urlaub mit ab. Auch die Reisegepäckversicherung nützt nichts. Wer sein Gepäck so bewacht, wie es nötig ist, damit der Versicherungsschutz nicht verloren geht, braucht keine Versicherung: Es wird dann kaum einem Dieb gelingen, dass Gepäck zu stehlen.

spi