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VORSORGE: Fast unbekannt: Betriebsrente

Neben gesetzlicher und privater Altersvorsorge gibt es eine weitere, bisher oft vernachlässigte Form, später mehr Rente zu beziehen: die betriebliche Altersvorsorge.

Wer sein Rentnerdasein ohne Sorgen genießen möchte, ist auf Eigeninitiative angewiesen. Zusätzlich zur gesetzlichen und privaten Altersvorsorge gibt es eine dritte Möglichkeit, die späteren Rentenbezüge zu erhöhen: die betriebliche Altersvorsorge, kurz BAV genannt.

Zauberwort »Gehaltsumwandlung«

»Das Ganze funktioniert über eine Gehaltsumwandlung«, erklärt Susanne Meunier, Versicherungsexpertin bei der Stiftung Fühlen Sie sich in bei der Altersvorsorge ausreichend abgesichert? Sagen Sie es im Wirtschaftsforum... Warentest. »Das heißt, der Mitarbeiter verzichtet auf Auszahlung eines Teils seines Gehaltes, um sich zu günstigen Bedingungen ein Zubrot fürs Alter aufzubauen.«

Garantierte Rentenzahlung selbst bei Firmenpleite

In Deutschland gibt es etwa 36.000 Großunternehmen und mittelständische Betriebe mit betrieblicher Altersvorsorge, so Karlheinz Große vom Bundesverband der Rentner in Wiesbaden.»Früher zahlte der Arbeitgeber in die betriebliche Altersversorgung ein, heute zumeist nur der Arbeitnehmer«, so Große. Wie das Geld angelegt wird, ist Sache des Unternehmers, jedes Unternehmen mit Altersversorgung muss allerdings dem so genannten Pensionssicherungverein beitreten. Diese halbstaatliche Einrichtung garantiert die Zahlungen, selbst wenn die Firma Pleite geht.

Modell 1: Direktversicherung

Vier Anlagemodelle gibt es derzeit: Direktversicherung, Pensionskasse, Direktzusage und Unterstützungskasse. Bei der Direktversicherung schließt der Arbeitgeber zu Gunsten des Mitarbeiters eine Lebens- oder Rentenversicherung ab. Die Versicherungsbeiträge werden im Fall einer Gehaltsumwandlung aus dem unversteuerten Bruttogehalt des Arbeitnehmers bezahlt oder auch vom Arbeitgeber übernommen. Leistungen aus einer Kapitaldirektversicherung sind inklusive Überschussanteil und Gewinn steuerfrei, wenn die Laufzeit bis zur Auszahlung mindestens zwölf Jahre beträgt.

Modell 2: Pensionskasse

In die Pensionskasse zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein. Diese Kassen sind in aller Regel Versicherungsgesellschaften, die an eine Branche oder ein Unternehmen gebunden sind. Beim Wechsel des Jobs kann der Arbeitnehmer weiter freiwilliges Mitglied bleiben und die Beiträge selbst übernehmen. Wie bei der Direktversicherung werden die Beiträge bis zu einer Grenze von maximal 284 Mark monatlich (3408 Mark im Jahr) pauschal mit 20 Prozent besteuert.

Modell 3: Unterstützungskasse

gibt der Arbeitgeber dem Mitarbeiter eine Leistungszusage für eine Betriebsrente. Wird der Arbeitsplatz nach Vollendung des 35. Lebensjahrs und zehnjähriger Zusagedauer gewechselt, bleibt der Anspruch auf eine Betriebsrente anteilig für die Dauer der Betriebszugehörigkeit bestehen. Später zahlt dann die Unterstützungskasse die Rente aus.

Modell 4: Direktzusage

schließlich erhält der Mitarbeiter vom Arbeitgeber die feste Zusage auf Leistungen im Versorgungsfall, also bei Eintritt ins Rentenalter, Invalidität oder Tod. Finanziert wird das Ganze durch steuerlich absetzbare Pensionsrückstellungen des Arbeitgebers. Voraussetzung für einen Anspruch auf eine spätere Rente ist eine Betriebszugehörigkeit von derzeit noch zehn Jahren. Dies soll jedoch in absehbarer Zeit verkürzt werden. Die Leistungen werden erst im Rentenalter besteuert.

»Einerlei, um welches Anlagemodell der betrieblichen Altersvorsorge es sich handelt - ohne Zustimmung des Chefs können Angestellte kein Geld in eine BAV stecken«, erklärt Fred Fröhlich, Vorstand der Versorgungskasse Deutscher Unternehmen in Kiel. Ob ein Unternehmer eine betriebliche Altersversorgung ins Leben ruft, steht allerdings in seinem eigenen Ermessen.

Informationen:

Bundesverband der Betriebsrentner

Postfach 1866

65008 Wiesbaden

Tel.: 0611/30 13 67

Fax: 0611/910 31 54

E-Mail: verband.der.betriebsrentner@t-online.de

Auch die Versorgungskasse Deutscher Unternehmen VVaG bietet im Internet ausführliche Infos.