Ich geb's zu: Ich bin süchtig. Süchtig nach dem Online-Shopping. Endlich muss ich nicht mehr vor leeren Regalen stehen, mich über übellaunige Verkäufer aufregen und nachdenken, wie ich die sperrige Ware wohl am besten nach Hause bekomme.
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Ich geb's zu: Ich bin süchtig. Süchtig nach dem Online-Shopping. Endlich muss ich nicht mehr vor leeren Regalen stehen, mich über übellaunige Verkäufer aufregen und nachdenken, wie ich die sperrige Ware wohl am besten nach Hause bekomme.
Letztens kam meine Frau wieder vom Einkaufen nach Hause und hatte diese kleinen schwarzen Gewitterwolken über dem Kopf zu schweben - wie bei den Schäfchen im Werbespiel »Sven Bomwollen«. Während ich ihr half, die Kinder im Auto loszuschnallen und die schweren Einkaufstüten ins Haus zu schaffen, musste ich mir die übliche Tirade anhören: »So eine Schickimicki-Else hat mich bereits bei den Einkaufswagen abgedrängelt, um den letzten Wagen zu erwischen. Drinnen im Laden liefen alle mit so einer Flappe herum, dass man denken könnte, sie hätten gemeinschaftlich einen Schlechte-Laune-Tee geschlürft. Die Frau an der Kasse hat dann Linus und Alisa angeherrscht und die Tetrapacks mit der Milch so auf die Süßigkeiten geknallt, dass alle Kekse zerbröselt sind.«
Oh ja, ich kenne das. Eine Zeitlang hat es mich erwischt, und ich musste immer mit Linus einkaufen gehen, wenn Tina mit Alisa bei der Krabbelgruppe war. Bereits beim Gemüse zog Linus den Kopf in Erwartung des Übels ein, weil die immer nur zu den Stoßzeiten einkaufenden Rentner ihre Wagen mitten im Weg stehen ließen und jeden Jüngeren grimmig anblickten, der todesmutig in diese Arena einschwenkte. Drei oder vier von ihnen schirmten auch noch mit Blitzen in den Augen die Gemüsewaage ab. Und wenn man sich dann zu den Kartoffeln herunterbeugte, um die besten in eine nicht eben reißfeste Tüte zu sortieren, kam von hinten auch schon der fiese Bums mit einem Einkaufswagen, der mit mindestens zehn Tonnen Kohlköpfen beladen war. Dazu ein hämisches »Tschuldigung« von greisen Lippen.