Will Wright ist ein Visionär. Computerspielserien wie "Sim City" oder "Die Sims" revolutionierten die Branche. stern.de traf den Ausnahmeentwickler und sprach mit ihm über sein neuestes PC-Spiel "Spore", Roboter und über seine Visionen.

Will Wright sammelt in seiner Freizeit Weltraumschrott und bastelt an seinen Robotern© Electronic Arts
Spore" ist eine Lebenssimulation. Der Spieler entwickelt ein Lebewesen, zunächst eine kleine unscheinbare Mikrobe, die er in einem Baukasten nach Belieben zusammensetzen kann. Gliedmaßen, Kopf, Nase, Augen oder Kleidung - der Spieler erstellt seinen individuelle Charakter. Dieses Wesen findet dann auf einem Planeten ein Zuhause. Das Coole daran ist, dass die virtuelle Bleibe zuvor von einem anderen Spieler erschaffen wurde. Vorausgesetzt man spielt online. Offline wird das ganze simuliert. Vegetation, Lebewesen, Technologien: Unsere Spieler kreieren ein ganzes Universum.
Ja, zu einem sehr großen Teil. Die "Sims"-Reihe hat uns gezeigt, wie viel Spaß Spieler daran haben, eigene Inhalte in einem Videospiel zu erstellen. Diese Vorliebe haben wir uns bei der Entwicklung besonders zu Herzen genommen. Der Spieler behält natürlich die Rechte an seiner Figur und an Gegenständen. Diese können sogar mit anderen Spielern getauscht werden. Sobald man online geht, werden alle von anderen Spielern geschaffenen Dinge angezeigt.
Na ja, viel Arbeit ist "Spore" schon, aber prinzipiell haben Sie Recht. Bislang wurden alle Spieldetails, die in ein Game sollten, von den Entwicklern programmiert. Wir haben jedoch einen sehr leistungsstarken Editor erschaffen, der den vom Spieler erstellten Dingen Leben einhaucht. Er baut aus den Angaben ein Drahtgittermodell, animiert dieses und überzieht es zu guter Letzt noch mit den Texturen, die Haut der Figur. Das alles haben wir diesem Baukasten beigebracht. Und das war richtig harte Arbeit. Ich denke, dass dies ein großer Schritt in die Zukunft der Videospiele ist.
Die Vorlieben des Nutzers werden das Spiel der Zukunft bestimmen. Der Computer findet heraus, was der Spieler mag und erstellt rund um seine Bedürfnisse eine digitale Unterhaltungswelt.
Na ja, da bin ich mir noch nicht sicher. Sie könnten aber Recht haben.
Ach, das Geld ist mir nicht mehr so wichtig. (lacht)
Zumeist inspirieren mich Bücher.
Ja, das ist in der Tat eine schlechte Entwicklung. Man setzt lieber auf Nummer sicher, als kreativ zu sein. Noch scheint das zu funktionieren. Nur wie lange noch? Zudem gibt es einfach zu viele Spiele auf dem Markt. Viele tolle Spiele gehen dadurch schlichtweg unter.
Ich habe drei verschieden Studiengänge in verschiedenen Universitäten belegt. Das Programmieren habe ich dabei zwar nicht gelernt, aber ich konnte durch mein Luftfahrtstudium in die Welt der Bits und Bytes schnuppern. Da hat mich die Leidenschaft gepackt. Das Studium habe ich letztlich geschmissen, und das Programmieren habe ich mir selber beigebracht.
Nein, ich habe keinen Abschluss. Trotzdem habe ich dieser Zeit sehr viel zu verdanken. Nicht nur die berufliche Laufbahn hat die Studentenzeit geprägt, sondern auch meine Hobbys.
Roboter und russische Raumfahrt.
Ich habe ein paar Roboter selber zusammengebaut und programmiert. Einer kann sogar servieren. Das angefangene Maschinenbaustudium hat mir dabei geholfen. Es stehen eine ganze Menge Blechkameraden bei mir rum. Vielleicht eröffne ich bald eine Ausstellung. (lacht)
Für mein zweites Hobby - die Raumfahrt - fliege ich einige Male im Jahr nach Russland. Dort kaufe ich dann Teile aus alten Raumfähren. Überall im Haus stehen Kapseln, Armaturen und Ausrüstungsgegenstände.
Offen gesprochen, nein. Ich begleite meine Spiele etwa fünf, sechs Jahre lang. Weitere Erweiterungen oder Fortsetzungen übernehmen dann unseren Produzenten. Ich muss dann einfach ein neues Projekt angehen.