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9. Februar 2008, 10:30 Uhr

Musik von allen Freunden

Seit Jahren plagt sich die Musikindustrie mit illegalen Musik-Tauschbörsen. Die neue Plattform Simfy versucht einen neuen Ansatz: Freunde können sich ihre Songsammlungen untereinander zum Hören zur Verfügung stellen - ein Download der Titel ist nicht erlaubt. Von Matthias Lauerer

Über die Seite im schlichten Design sollen Freunde untereinander Musik zur Verfügung stellen© Simfy

Musikbosse ließen mittlerweile etliche Tausch-Börsen schließen, Tausende Nutzer fanden sich vor Gericht wieder. Dann ersann die Industrie Börsen, die Nutzern den Download der Lieblings-Musikstücke gegen Gebühr erlauben. Doch damit sind nun wiederum die Nutzer nicht glücklich, denn Digital-Rights-Management Regularien werden von diesen als Gängelei empfunden. So lässt sich auf einem Player nur die Musik einer bestimmten Kaufbörse hören, die nächste verbietet gar das Brennen von Musik.

Warum also nicht etwas Neues erfinden, um Musik kostenlos und legal bereit zu stellen? Das dachten sich auch die "Simfy"-Erfinder Christoph Lange, 23 und Steffen Wicker, 25. Doch was ist "Simfy"? Dahinter verbirgt sich seit dem 19. Dezember 2007 eine Gemeinschaft von Musikliebhabern. So ist es jedem angemeldetem Nutzer dort erlaubt, seine Lieblings-Tracks per Upload auf die Seite zu stellen. Seine so ins Netz gewanderte Musik lässt sich dann egal wann und wo wieder hören. Für den Musikgenuss ist nur ein Internet-Anschluss nötig.

Die "Simfy"-Erfinder Christoph Lange, 23 und Steffen Wicker, 25© Simfy

Doch das "Simfy"-Team kam noch auf eine weitere, ungewöhnliche Idee. So erlaubt man den Nutzern, auch in die Musiksammlungen seiner Freunde hineinzuhören. Und um Ärger mit der Musik-Lobby zu vermeiden, ist nur das simple Hineinhören erlaubt. Ein Herunterladen der Musik ist nicht möglich.

Weitere Idee: Bei "Simfy" lässt sich die Musik auf Wunsch noch mit netten Zusatz-Informationen verbinden. So können User per Klick zum Beispiel den passenden Text eines Musik-Stücks aufrufen. Selbst das Erstellen der eigenen Charts ist möglich, die der Musik-Liebhaber dann mit dem Geschmack der Freunde vergleichen kann.

Erst seit knappen sechs Wochen sind die Noch-Studenten mit ihrem Netz-Angebot nun am Start. Doch der Vorlauf für das Projekt nahm mehr Zeit in Anspruch. Denn die Gründer Lange und Wicker begannen mit der Entwicklung bereits im Januar 2007. Vielleicht ist dies auch der Grund, warum ihnen ihr Musik-Coup besonders am Herzen liegt: "Wir haben 'Simfy' entwickelt, weil uns Musik immer noch zu wenig mobil erschien. Jeder von uns kennt das: Auf einer Party fehlt ein Song, der dann gerade nicht auf dem MP3-Player verfügbar ist. Und ich möchte ihn sofort hören. Mit 'Simfy' ändert sich das. Musik ist mit unserem kostenlosen Angebot nun immer verfügbar." So sei auch der "Austausch von Playlisten" wichtig. Denn dies führe zu einem "intensiveren Musikerlebnis", so Gründer Lange.

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KOMMENTARE (2 von 2)
 
RolfZinner (11.02.2008, 09:51 Uhr)
Schöner Ansatz
MIt Freunden das Musikerlebnis teilen.... das wir die Musikindustrie schnell unterbinden, denn wie kann ich nchweisen, dass es Freunde und nicht irgendwelche Anderen sind? Ausserdem fehlt die Speicherung auf dem mobilen Player, das ist der entscheidende Faktor.
Natürlich ist heute das Web der Speicherort, aber für die jungen Menschen, und das ist die Zielgruppe, zählt der MP3 Player.
Gute Alternativen, die als Privatkopie aus dem Webradio aufzeichnen gibt es längst.
nony (09.02.2008, 15:51 Uhr)
Da bin ich aber mal gespannt ....
... wie lange die Musikindustrie braucht, um das Projekt abzuschiessen. Ich wette, dass im Hintergrund schon ein ganzes Heer von Anwälten die Messer wetzt und nur noch nicht so genau weiss, wo ansetzen. Es kann doch nicht angehen, dass jemand Musik hören darf, ohne dafür direkt oder indirekt (Gema...) zur Kasse gebeten worden zu sein. Möglichst mehrere Male
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