Facebook-Werbung - eine Sache der Einstellung

26. Januar 2011, 16:02 Uhr

Mit dem neuen Facebook-Dienst "Sponsored Stories" können Werbekunden Einträge von Nutzern hervorheben. Wie man nicht ungewollt zu einem Werbebotschafter wird zeigt stern.de.

Facebook, Zuckerberg, Privatsphäre, Datenschutz, Sponsored Stories,

Facebook, das größte Internet-Netzwerk der Welt, wird häufig für den Umgang mit privaten Nutzerdaten kritisiert©

Wer bei Facebook ein Produkt oder ein Unternehmen erwähnt, kann sich künftig in der Rolle eines unbezahlten Werbebotschafters wiederfinden. Das weltgrößte Online-Netzwerk stellte jetzt den Dienst "Sponsored Stories" vor, bei dem Werbe-Kunden Facebook-Einträge von Nutzern hervorheben können.

Dabei können Unternehmen dafür sorgen, dass etwa "Gefällt mir"-Einträge oder Check-In-Anmeldungen in ihren Filialen gut sichtbar als Werbung auf der Website zu sehen sind, erläuterte Facebook in einem Video. Dabei gelte als Regel: Die Einblendung bekommen nur die Facebook-Freunde eines Nutzers zu sehen - also diejenigen, denen die Informationen sowieso zugegangen sind. Solche Einträge gehen aber leicht in der Flut der Facebook-Nachrichten unter, daher das neue Angebot.

Facebook hat sich als Ziel gesetzt, das Leben seiner Nutzer in möglichst allen Bereichen zu vernetzen - und will zugleich mit Werbeeinnahmen verdienen. Der Kurs stieß immer wieder auf Kritik von Datenschützern, die dem Netzwerk mit inzwischen mehr als 550 Millionen Mitgliedern einen zu freizügigen Umgang mit Informationen der Nutzer vorwarfen.

Deaktivieren der Funktion

Facebook-Nutzer, die diesen Dienst nicht nutzen möchten, müssen die Funktion gezielt deaktivieren. Dazu muss man in den Privatsphäre-Einstellungen auf den Link "Anwendungen und Webseiten: Bearbeite deine Einstellungen" klicken. Auf dieser Seite müssen nun verschiedene Einstellungen vorgenommen werden:

Kontrolle der Anwendungen

Wer per iPhone-App oder anderen externen Programmen auf Facebook zugreift, sollte hier regelmäßig überprüfen, welchen Anwendungen der Zugriff auf sein Profil gestattet wurde.

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Mit privaten Informationen der Nutzer lockt Facebook Werbekunden. Allerdings können Mitglieder darüber bestimmen, ob und welche Daten übermittelt werden©

"Informationen, die durch deine Freunde zugänglich sind"

Als Erklärung zu diesem Punkt schreibt Facebook lapidar: "Bestimme, welche Informationen für Anwendungen und Webseiten verfügbar sind, wenn sie von deinen Freunden verwendet werden." Dahinter verbirgt sich jedoch mehr, als diese paar Worte vermuten lassen. Klickt man auf "Einstellungen bearbeiten" erscheint ein Fenster mit der Überschrift" Informationen, die durch Freunde zugänglich sind." Der Erläuterungstext hier sollte die Alarmglocken des Nutzer zum läuten bringen:

"Verwende die Einstellungen unten, um festzulegen, welche deiner Informationen für Anwendungen, Spiele und Webseiten verfügbar sind, die von deinen Freunden verwendet werden. Je mehr Informationen du mit ihnen teilst, desto sozialer ist das Nutzererlebnis."

Im Klartext: Spielt mein Freund irgendein Spiel oder nutzt eine Anwendung einer x-beliebigen Firma, könnten möglicherweise einige meiner privaten Informationen übermittelt werden. Welche das sind, lässt sich hier festlegen. Darunter fallen Auskünfte wie Biografie, Geburtstag, Infos zu Familie und Beziehungen.

Facebook erklärt an dieser Stelle noch einmal, dass Name, Profilbild, Geschlecht, verknüpfte Netzwerke und ein paar weitere Daten den Anwendungen der Freunde zur Verfügung stehen - sofern diese Informationen "für Alle" freigegeben wurden.

"Aktivitäten in Spielen und Anwendungen"

Wer nicht möchte, dass jedes Mal, wenn man einen Highscore in einem Spiel erreicht, Freunde darüber informiert werden, sollte hier "nur ich" auswählen.

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Bevor man die "umgehende Personalisierung" deaktivieren kann, stellt Facebook die Vorteile in einem Video vor©

"Umgehende Personalisierung"

Facbook schreibt, hier findet man "relevante Informationen über deine Freunde, wenn du ausgewählte Partnerwebseiten aufrufst". Damit Nutzer nicht versehentlich dies Funktion ausschalten, erscheint beim Klick auf diesen Punkt ein Fenster mit der Überschrift "Sofortpersonalisierung verstehen". Ein Video erklärt die Funktion und stellt die Vorteile hervor. Beispielsweise erfahren Freunde, was man auf einer vernetzten Website gelesen oder angeklickt hat. Wer das nicht will, sollte den Haken bei "umgehende Personalisierung auf Partnerseiten zulassen" entfernen.

Öffentliche Suche

Wenn man gerade dabei ist, kann sich auch darüber Gedanken machen, was Suchmaschinen anzeigen dürfen, wenn man nach dem Facebook-Konto sucht. Ein Klick auf "Vorschau anzeigen" hilft sicher bei der Entscheidung, ob man den Haken bei "Öffentliche Suche aktivieren" lässt oder entfernt.

Über einer Übersichtsseite informiert Facebook darüber, wie man die Inhalte kontrolliert, die mit anderen geteilt werden.

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