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Ratgeber Sexualität

Engpass am Penis

Therapie

Besonders Jungen vor der Pubertät haben gute Chancen, mit einer Salbe die lästige Enge am Penis loszuwerden. Sie schieben die Vorhaut vorsichtig nach hinten, gerade so weit wie möglich. Dann cremen sie die Penisspitze ein. Meistens enthält die Salbe Kortison. Es verhindert, dass sich Vorhaut und Eichel entzünden oder anschwellen. Weitere Bestandteile der Salbe machen die Haut elastischer. Nach drei bis sechs Wochen lösen sich bei 50 bis 90 Prozent die Verklebungen, die Phimose bildet sich zurück.

Dann heißt es: Abwarten bis zur Pubertät. Wenn der junge Mann sexuell aktiv wird, zeigt sich, ob die Vorhaut weit genug ist. Entpuppt sie sich als zu eng, ist eine Operation notwendig.

Klassische Beschneidung

Bei der klassischen Beschneidung entfernt der Arzt die gesamte Vorhaut. Zuerst löst er die Haut vorsichtig von der Eichel. Anschließend fasst er sie mit zwei Pinzetten an und spannt sie. Er schneidet zuerst die äußere und dann die innere Vorhautschicht ab. Ist das Blut gestillt, näht er die beiden Vorhautschichten mit sich selbst auflösendem Faden wieder zusammen. Bei einer Teilbeschneidung legt der Arzt nicht die komplette Eichel frei, sondern erhält einen Teil der Vorhaut.

Für die Beschneidung von Neugeborenen und Kleinkindern gibt es noch zwei weitere Methoden: die Gomcoklemme oder die Plastibell-Methode. In beiden Fällen klemmt die Ärztin die Vorhaut ab und unterbindet so die Blutzufuhr. Bei der Gomcoklemme wird die Vorhaut nach etwa zehn Minuten mit dem Skalpell abgeschnitten. Bei der Plastibell-Methode schiebt der Arzt eine Art Kunststoffglocke über die Eichel, zieht die Vorhaut darüber und bindet sie am Rand der Glocke ab. Der abgeschnürte Vorhautrest stirbt ab und fällt nach ein paar Tagen von allein ab.

Erweiterungsplastik

Für Männer, die ihre Vorhaut erhalten möchten, gibt es die Erweiterungsplastik. Die Ärztin schneidet die Vorhaut einmal oder an mehreren Stellen ein und vernäht sie anschließend quer. Während die Hautteile zusammenwachsen, bildet sich dazwischen Narbengewebe. Damit soll etwas Platz gewonnen werden. Es besteht jedoch die Gefahr, dass die Narben schrumpfen und die Vorhaut erneut verengen.

Ist das Vorhautbändchen zu kurz, trennt es der Arzt mit einem kleinen Schnitt durch. Anschließend näht er die Enden so am Penis fest, dass ein Stück Penishaut dazwischen liegt und das Band verlängert. Die Alternative ist: Er entfernt das Bändchen komplett.

Wie bei jeder Operation sind Komplikationen möglich. Manchmal bilden sich Ödeme, weil sich Wasser im Gewebe ansammelt. In anderen Fällen blutet die Wunde noch einige Tage. Außerdem können störende Narben zurückbleiben.

Ohne eine Therapie jedoch kommt es immer wieder zu Entzündungen, zu Schmerzen beim Sex und Problemen beim Wasserlassen. Außerdem gehen einige Wissenschaftler davon aus, dass mit einer Phimose die Gefahr erhöht ist, an Peniskrebs zu erkranken. Denn im Smegma unter der Vorhaut sollen sich mit der Zeit krebserregende Stoffe bilden. Der genaue Zusammenhang ist allerdings noch unklar. Viele Urologen oder Chirurgen bieten eine Beschneidung in ihrer Praxis an. Die Operation dauert etwa eine halbe Stunde. Nach ein paar Stunden kann der Betroffene wieder nach Hause gehen. Bis die Wunde verheilt ist, dauert es allerdings etwa zwei Wochen.

Liegt eine Phimose vor, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Operation. Wenn Sie Ihr Kind aus religiösen Gründen beschneiden lassen möchten, müssen Sie die Behandlung dagegen meist selbst bezahlen. Der Eingriff kostet etwa 300 Euro.

Mehr zum Thema Penis finden Sie bei Menshealth.de

Nicole Simon
Seite 1: Engpass am Penis
Seite 2: Symptome
Seite 3: Therapie
 
 
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