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7. April 2006, 10:42 Uhr

Atemaussetzer kosten zehn Lebensjahre

Sie schnarchen ohrenbetäubend laut, und plötzlich setzt ihre Atmung aus, manchmal minutenlang. Patienten mit Schlafapnoe wachen morgens oft zerschlagen auf. Und nicht nur das: Die Krankheit verkürzt das Leben drastisch.

Patient im Schlaflabor: Eine Schlafapnoe erkennen kann Leben verlängern© Jens Köhler/DDP

Eine unbehandelte Schlafapnoe reduziert die Lebenserwartung um durchschnittlich zehn Jahre. Die Sterblichkeit der Patienten ist gegenüber gleichaltrigen Gesunden vier Mal höher, wie der stellvertretende Vorsitzende des Berufsverbandes der Pneumologen, Thomas Hering, berichtet: "Das Schlafapnoe-Syndrom ist also eine ernst zu nehmende Krankheit und sollte unbedingt fachärztlich therapiert werden."

In Deutschland leiden Schätzungen zufolge etwa zwei bis drei Prozent der Erwachsenen an der Krankheit, bei der die Atmung während des Schlafens mindestens fünf Mal innerhalb einer Stunde für mehr als zehn Sekunden aussetzt. Dabei wechseln sich laut Hering Phasen mit heftigem Luftschnappen und lautem Schnarchen mit stillen Atempausen ab. In manchen Fällen könne das Schnarchen eine Lautstärke von bis zu 90 Dezibel erreichen, was etwa dem Krach eines Presslufthammers entspreche.

Es drohen Herzinfarkt und Schlaganfall

Jede längere anhaltende Atempause erzwinge physiologisch eine Weckreaktion, die dem Schlafenden aber meist gar nicht bewusst werde. Daher sei der Schlaf extrem gestört und nicht hinreichend erholsam. Die Atmungsunterbrechungen führen nach den Worten des Lungenfacharztes aber vor allem zu einer unzureichenden Sauerstoffversorgung, die den Patienten akut gefährdet: Ihm drohen Herzinfarkt und Schlaganfall.

Hering rät dringend zu einer Atemtherapie vor allem in jenen Fällen, in denen bereits Begleiterkrankungen aufgetreten sind. Die effektivste Methode sei dabei eine so genannte Atemwegs-Überdruck-Behandlung, die bei mindestens 70 Prozent der Betroffenen die Lebensqualität deutlich verbessere: Die Patienten fühlten sich beim Aufwachen frisch und ausgeschlafen und neigten auch tagsüber weniger zu Schläfrigkeit. In einigen Fällen könnten auch operative Eingriffe Abhilfe schaffen. Bei leichteren Fällen könne zudem eine Schnarchschiene helfen, den Luftweg besser offen zu halten.

AP
 
 
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