Spuren der Zeit

Wie lang die Haut jung aussieht, liegt nicht nur an den Genen, sondern auch am Lebenswandel. Zwar werden aus Fältchen mit den Jahren immer Falten. Doch gegen Hautalterung lässt sich etwas unternehmen.

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Unsere Haut altert genauso wie alle anderen Organe unseres Körpers©

Ob wir wollen oder nicht: Wir werden älter, und das kann man uns mit den Jahren immer deutlicher vom Gesicht ablesen. Denn unsere Haut altert wie alle anderen Organe des Körpers. Dieser Prozess ist genetisch programmiert, eine Regel ohne Ausnahmen. Die entscheidenden Veränderungen passieren dabei in der Lederhaut. Diese Hautschicht besteht hauptsächlich aus Bindegewebszellen, den sogenannten Fibroblasten, und Bindegewebsfasern aus Kollagen und Elastin.

In der jungen Haut arbeiten beide Fasertypen perfekt zusammen: Das Kollagen macht das Gewebe stabil und zugfest, das gummiartige Elastin hingegen sorgt dafür, dass das Ganze dehnbar bleibt. Im Alter jedoch sinkt die Zahl der Kollagenfasern, elastischen Fasern und Blutgefäße. Die Zellen der Oberhaut teilen sich nur noch alle 50 statt - wie in jungen Jahren - alle 27 Tage. Folge: Die Haut und das Unterhautfettgewebe werden dünner, der Wasser- und Fettgehalt der Haut nimmt ab.

Viele dieser Veränderungen werden erst ab Mitte 30 mit bloßem Auge sichtbar. In Wirklichkeit aber beginnt der Alterungsprozess schon zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr: Die Bindegewebszellen der Lederhaut bilden mit der Zeit immer weniger neues Kollagen, das Fettgewebe in der Unterhaut wird dünner und die Haut sozusagen durchsichtiger. Und dafür gibt es verschiedene genetische und hormonelle Gründe - wie etwa die nachlassende Produktion von Wachstums- und Sexualhormonen.

Sonne lässt uns alt aussehen

Eine vielleicht noch größere Rolle spielt aber die Art und Weise, wie wir leben, wie wir uns pflegen - und vor allem: Ob wir uns zu oft der Sonne aussetzen. Viele Menschen haben sich frühzeitige Faltenbildung, Altersflecken oder fahle Hautfarbe selbst zuzuschreiben: Bis zu 80 Prozent aller sichtbaren Hautalterungsprozesse im Gesicht, schätzen Experten, sind die Folge von zu viel UV-Strahlung - sei es beim Sonnenbaden am Strand oder im Solarium.

Die unsichtbaren Wellen dieser Strahlung führen zu einer vermehrten Bildung von sogenannten freien Radikalen. Diese hochaggressiven Sauerstoffteilchen sind Gift für alle lebenden Zellen: Sie schädigen Proteine, greifen Fettmoleküle in den Zellen an und verursachen Brüche in den DNA-Strängen des Erbguts. Normalerweise verfügt die Haut zwar über verschiedene Enzyme und Vitamine, die freie Radikale neutralisieren können. Doch ständige UV-Bestrahlung kann dazu führen, dass dieses Schutzsystem versagt. Hinzu kommt: Freie Radikale aktivieren Enzyme, die auf den Abbau von Kollagen spezialisiert sind und das Bindegewebe auflösen.

Altersflecken sind Indiz für eine UV-Überdosis

Zu viel Sonne und Zigarettenrauch sorgen oft dafür, dass diese Enzyme übermäßig aktiv werden und wertvolles Kollagen vernichten. Die Haut versucht anschließend, den Verlust durch erhöhte Neubildung von Kollagen zu ersetzen. Aber die Fasern, die dabei entstehen, setzen sich aus anderen Kollagenformen zusammen. Und die sind - im Unterschied zu den typischen Schichten in gesundem Gewebe - kreuz und quer angeordnet. Zudem verliert ein Großteil der Elastinfasern seine ursprüngliche Struktur. Dadurch lässt die Spannkraft der Haut nach - sie wird faltig und runzelig.

Eine nur allzu sichtbare Folge von zu viel Sonnenlicht sind Altersflecken. Diese bräunlichen, linsenförmigen Verfärbungen entstehen meist da, wo ständig Tageslicht hinkommt, also im Gesicht und auf dem Handrücken. Altersflecken sind eine gutartige Hautveränderung. Sie bilden sich, weil die pigmentproduzierenden Zellen in der Lederhaut zunehmen. Altersflecken sind aber gleichzeitig ein Indiz für chronischen Sonnenmissbrauch: Sie zeigen, dass die Zellen durch langjährige UV-Bestrahlung geschädigt sind.

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