Amalgam, Gold oder Kunststoff - was ist besser?

Amalgam gibt kleine Mengen giftigen Quecksilbers ab. Dennoch übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nur diese günstigste Variante. Wer Porzellan oder Gold will, muss einige hundert Euro zuzahlen.

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Amalgam - den Mix aus Silber und Quecksilber zahlen die Krankenkassen©

Die gesündeste Zahnfüllung ist gar keine. Deshalb sollten Sie Ihre Zähne pflegen, damit sie gesund bleiben. Ist das Loch aber schon da, sollte Ihr Zahn möglichst schnell behandelt werden. Säuberlich bohrt der Zahnarzt die befallene Stelle aus und desinfiziert sie gründlich. Erst dann kommt die Füllung hinein. Verbleiben Reste, gammelt es unter der neuen Abdichtung weiter.

Als Füllsubstanz dienen

  • Amalgam,
  • Keramik,
  • Kunststoff,
  • Edelmetall-Legierungen mit Gold.

Für welches Material Sie sich entscheiden sollten, hängt von vielen Faktoren ab: vom Zustand Ihres Zahnes, Ihrer allgemeinen Gesundheit, Ihren ästhetischen Ansprüchen und vom gewünschten Zeit- und Kostenaufwand.

Wie giftig ist Amalgam wirklich?

Zahnärzte füllen seit etwa 150 Jahren Löcher mit Amalgam. Mittlerweile ist das Gemisch aus Silber und Quecksilber allerdings heftig in Verruf geraten: Das giftige Quecksilber kann sich aus den Füllungen lösen. Zu Anfang etwas mehr, später weniger. Winzige Spuren des Gifts werden jedoch immer freigesetzt. Je mehr Amalgam Sie im Mund haben, desto mehr Quecksilber sammelt sich in Ihrem Körper an - vor allem in der Niere.

Ob Amalgam tatsächlich Ihrer Gesundheit schadet, ist bislang nicht eindeutig bewiesen. Dennoch verzichten viele lieber auf das graue Gemisch, auch weil es im Mund nicht schön aussieht. Amalgam-Füllungen halten relativ lange, durchschnittlich acht bis zehn Jahre.

Gold kann nicht gestopft werden

Amalgam stopft der Zahnarzt in ein Zahnloch hinein. Gold und Keramik lassen sich so nicht verarbeiten. Sie müssen von einem Labor nach der Form des Zahnlochs geformt werden: Keramik wird gefräst, Gold gegossen. Dieses Stück - das so genannte Inlay - setzt der Zahnarzt dann ein. Damit es fest sitzt, fixiert er es mit einem Spezialkleber oder mit Zement.

Voraussetzung für diese Behandlung: Die Zahnwände um das Loch herum müssen dick genug sein. Denn die starken Kräfte, die später beim Kauen auftreten, lassen den Zahn sonst bersten. Während Porzellan kaum vom Zahn zu unterscheiden ist, fällt Gold im Mund auf. Der Nachteil beider Füllungen: Sie sind teuer - hauptsächlich wegen der zusätzlichen Laborkosten, beim Gold fallen die Materialkosten auch noch ins Gewicht. Füllungen mit Gold halten sehr lange: gut zehn bis 15 Jahre, manchmal noch länger. Gold ist zudem sehr verträglich.

Glas, Quarz und Kunststoff statt Amalgam

Haben Ihre vorderen Zähne ein Loch, kommen Amalgam und Gold nicht in Frage: Das sähe merkwürdig aus. Zahnärzte benutzen daher meist Kunststoff. Eine besondere Mischung sind die so genannten Komposite: ein zahnfarbenes Gemisch aus Kunststoff, Glas- und Quarzteilchen. Zunächst ist die Substanz weich und kann gut in das Zahnloch gefüllt werden. Durch eine UV-Lampe mit kurzwelligem Licht härtet der Zahnarzt den Kunststoff.

Das Material ist im Zahn kaum erkennbar, muss aber häufiger erneuert werden als Amalgam. Zudem schrumpft der Mix beim Härten mit dem UV-Licht. Dabei entsteht eine Spalte zwischen dem Zahn und der Füllung, weshalb sich dort wieder Karies bilden kann.

Alles außer Amalgam wird teuer

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen für Füllungen nur noch einen Zuschuss: Er ist so hoch wie der Betrag, den eine Amalgam-Füllung kosten würde. Die Begründung: Eine solche Therapie sei völlig ausreichend. Je nachdem, wie groß die Füllung ausfällt, zahlt die Krankenkasse zwischen 25 und 40 Euro. Wünschen Sie eine andere Füllung, müssen Sie den Rest selbst bezahlen. Nur wenn Sie Amalgam nicht vertragen, wenn Sie eine Allergie oder ein Nierenleiden haben, übernimmt die Kasse auch die Kosten für andere Materialien.

Inlays aus Gold oder Keramik sind keine Kassenleistung, das gilt auch für bestimmte Füllungen mit Kunststoff für die Backenzähne. Die Kosten dafür hängen ab vom gewählten Material und von der Größe der Füllung. Das müssen Sie in etwa selbst zahlen:

  • Amalgam kostet Sie nichts;
  • ein Gold-Inlay kostet circa 280 bis 380 Euro pro Zahn,
  • ein Keramik-Inlay etwa 360 bis 510 Euro pro Zahn,
  • bei einer Kunststoff-Füllung müssen Sie etwa 30 bis 80 Euro zuzahlen.

Füllt der Arzt Ihnen jedoch einen Zahn im vorderen, sichtbaren Bereich mit Kunststoff, übernimmt die Krankenkasse die vollen Kosten. Bei Backenzähnen zahlt sie nur, wenn Sie aus medizinischen Gründen kein Amalgam erhalten dürfen.

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Kirsten Milhahn
 
 
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